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Comeback für Passionsspiele St. Margarethen gelungen

27. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Mit einem Jahr Verspätung haben am Donnerstag die Passionsspiele St. Margarethen mit ihrer neuen Inszenierung Premiere gefeiert. Nach der coronabedingten Absage im Vorjahr brachten die rund 500 Darsteller und Helfer die Leidensgeschichte Jesu erstmals aus Sicht der Emmaus-Jünger auf die Bühne im Steinbruch. Ein Wechsel der Perspektive, der sich auszahlt: "Emmaus - Geschichte eines L(i)ebenden" ist durchaus kurzweilig und emotional, ohne in den Pathos abzudriften.

Die Produktion beginnt dort, wo die Leidensgeschichte Jesu eigentlich endet. Die Emmaus-Jünger können seinen Tod am Kreuz nicht begreifen - auch nicht, dass die Frauen erzählen, sie hätten seine Leiche nicht mehr gefunden. Klarheit bringt ihnen erst Jesus selbst, der den beiden erscheint. Bewegt von diesem Treffen beginnen sie, seine Geschichte zu erzählen.

Das Publikum verfolgt Jesus daraufhin bei seinen öffentlichen Auftritten, sieht ihn Wasser in Wein verwandeln, Brot vermehren, Kranke heilen und Tote zum Leben erwecken. Sein Kampf mit den Pharisäern mündet im letzten Abendmahl und in seinem Tod am Kreuz - der dank der musikalischen Untermalung durchaus emotional gerät. Ihr Ende finden die Passionsspiele dann dort, wo sie angefangen haben: bei den Emmaus-Jüngern, die den anderen von ihrer Begegnung mit Jesus erzählen.

Mit neuem Text, neuer Musik und Bühne sowie neuen Kostümen präsentierten sich die Passionsspiele am Donnerstag rundum verändert. Zeit für die neue Produktion hatte das Team mit der Corona-Pause zur Genüge. "Seit sechs Jahren arbeiten wir intensiv an der Neuinszenierung", sagte Spielleiter Richard Geier, Pfarrer von St. Margarethen. Aber: "Alles, was neu ist, kostet meistens Geld" - und damit hat das Land Burgenland nachgeholfen. 200.000 Euro hat Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) den Passionsspielen zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug erhielt er bei der Premiere eine Spende für die Ukraine-Hilfe.

Die Laiendarsteller spielten die Leidensgeschichte durchwegs engagiert, wenn auch stellenweise mit schauspielerischen Schwächen. Insbesondere Rupert Kugler gab den Jesus aber authentisch und mit viel Gefühl. Passend war auch die musikalische Begleitung, die dem Stück vor allem gegen Ende Charme verlieh. Beim Lied nach der letzten Szene sang schließlich auch das Publikum mit, das die Neuinszenierung mit Standing Ovations feierte.

(S E R V I C E - Passionsspiele St. Margarethen, bis 10. Juli 2022 im Römersteinbruch, Informationen im Internet unter www.passio.at, Kartenreservierungen per Mail an [email protected])

Quelle: Agenturen