Bambie ThugAFP

Chaos bei ESC-Probe: Irland kam nicht, Frankreich stoppte Song

0

Die letzte Probe vor dem Finale des Eurovision Song Contests verlief alles andere als nach Plan. Irland kam nach einem Eklat um Kommentare im israelischen Fernsehen nicht auf die Bühne. Frankreich unterbrach seinen Auftritt für eine Botschaft.

Das große Finale des 68. Eurovision Song Contests steht kurz bevor (21.00 Uhr / live auf ORF 1 und JOYN). Die Stimmung ist seit Tagen angespannt - und das weniger aufgrund des musikalischen Wettbewerbs.

Bei der letzten Probe in der Malmö Arena am Samstag war etwa der irische Act Bambie Thug nicht live zu erleben. Stattdessen wurde ein Video ihres Auftritts gezeigt.

Zuvor hatten Bambie Thug laut der irischen Fernsehanstalt RTÉ die Erwartung geäußert, die Rundfunkunion EBU solle Israel aufgrund von Kommentaren im israelischen Fernsehen vom Wettbewerb ausschließen.

So habe der Kommentator im israelischen Sender Kan während der Halbzeitübertragung die Zuseher vor der Gothic-Performance von Bambie Thug gewarnt, da diese die "gruseligste des Abends" sei und schwarze Magie sowie satanische Symbole beinhalte.

Außerdem habe er darauf verwiesen, dass sich Bambie Thug wiederholt israel-kritisch geäußert habe. "Nun ist noch mehr Ärger und deutlich mehr Antrieb in mir", beschied Bambie Thug gegenüber dem Ausrichtersender RTÉ ihren Ansatz an den Auftritt am Abend.

Die EBU erklärte in einem Statement, dass man mit dem Sender KAN gesprochen und den respektvollen Umgang mit allen Kandidat:innen eingemahnt habe.

Man hoffe, dass Bambie Thug in der Final-Show auftreten werde.

Französische Probe gestoppt

Der französische Sänger Slimane indes stoppte in der laufenden Probe während seines Liedes und betonte, er sei Musiker geworden, um Menschen in Liebe zusammenzubringen.

Mit Bezug auf das ESC-Motto erklärte er: "United by Music - aber mit Liebe und in Frieden." Slimane ist in Frankreich ein Superstar und tritt beim ESC mit dem Song "Mon amour".

Demonstrationen vor dem Veranstaltungsort

Vor der Arena in Malmö, wo der ESC in Kürze über die Bühne geht, kam es am Abend schließlich zu einer unangemeldeten Demonstration. Die Polizei drängte die Menschen zunächst aus der Demo-Verbotszone. Bei einem weiteren Protest vor Ort soll Pfefferspray zum Einsatz gekommen sein. 

In Finnland haben wenige Stunden vor dem Finale propalästinensische Demonstranten im Eingangsbereich des TV-Senders Yle einen Boykott der Show gefordert.

Etwa 40 Menschen hielten sich mit Protestplakaten und palästinensischen Fahnen in der Lobby auf, wie Yle berichtete. Der Demonstrant Wilhelm Blomberg sagte der Zeitung "Hufvudstadsbladet", sie würden die Beschäftigten nicht an ihrer Arbeit hindern, aber wollten sie auf die Situation im Gazastreifen aufmerksam machen.

Video: Pro-Palästina-Proteste beim ESC

Bewerb von Protesten überschattet

Der eigentlich als dezidiert unpolitisch beschriebene Song Contest wird von Kritik und Protesten gegen den Auftritt Israels überschattet.

In der Innenstadt von Malmö, wo das Event in diesem Jahr stattfindet, kam es bereits in den vergangenen Tagen zu Protesten. Auch am Samstag wurde gegen Israel demonstriert.

Die 20-jährige Eden Golan, die für Israel antritt, wurde bereits im Semi-Finale vor, nach, aber auch während ihrer Ballade "Hurricane" von nicht geringen Teilen des Publikums ausgebuht.

Ein versöhnliches Zeichen wollte die italienische Teilnehmerin Angelina Mango setzen. Im Pressebereich des Wettbewerbs stimmte sie die Friedenshymne "Imagine" von John Lennon an. "Ich will einfach nur, dass die Musik spricht. Das ist die stärkste Botschaft, die ich heute senden kann", sagte sie. 

Niederlande disqualifiziert

Aufregung gibt es auch um den Ausschluss des niederländischen ESC-Kandidaten Joost Klein. Wenige Stunden hatte die EBU seine Disqualifikation bekannt gegeben. 

"Die schwedische Polizei hat die Anzeige eines weiblichen Mitglieds des Produktionsteams nach einem Zwischenfall nach seinem Auftritt im Halbfinale am Donnerstagabend untersucht", hieß es in einer Stellungnahme gegen Samstagmittag. 

"Während das Verfahren seinen Lauf nimmt, wäre es für ihn nicht angebracht, weiter am Wettbewerb teilzunehmen", so die EBU.

Diese hält in ihrem Statement fest, dass der "Vorfall" nicht im Zusammenhang mit der israelischen Delegation steht.

ribbon Zusammenfassung
  • Bei der letzten Probe vor dem großen Finale des Eurovision Song Contests ging es chaotisch zu.
  • Der irische Act Bambie Thug kam nach Kommentaren im israelischen Fernsehen nicht auf die Bühne.
  • Der französische Sänger Slimane stoppte seine Probe für eine Botschaft.

Mehr aus Entertainment