APA - Austria Presse Agentur

Cannes 2020: Auswahl der Filmfestspiele auch ohne Festival

Juni 04, 2020 · Lesedauer 2 min

Coronabedingt sind die Filmfestspiele von Cannes heuer entfallen. Dennoch hat das Festival am Mittwochabend 56 Filme vorgestellt, die künftig mit dem Gütesiegel "Cannes 2020" zu sehen sein sollen. Damit will der künstlerische Leiter Thierry Fremaux den Werken in der Vermarktung helfen. Ein österreichischer Beitrag hat es dabei nicht in den erlauchten Kreis geschafft.

Auf herkömmliche Kategorien wie "Wettbewerb" oder "Außer Konkurrenz" haben die Organisatoren dabei allerdings verzichtet, sondern neue Namen wie "Die Treuen" oder "Die Newcomer" eingeführt. In die offizielle Auswahl sind neben vielen neuen Namen vor allem auch wieder Regisseure gekommen, die zu Cannes' Stammgästen gehören, darunter Wes Anderson mit "The French Dispatch". Der Film soll von einer fiktiven Stadt in Frankreich handeln. In den Hauptrollen sind unter anderem Bill Murray, Tilda Swinton und Timothee Chalamet zu sehen. Von den französischen Regisseuren ist Francois Ozon mit "Ete 1985" vertreten, der von der Liebe zweier homosexueller Jugendlicher erzählt.

Der britische Regisseur und Künstler Steve McQueen, der für "12 Years a Slave" 2014 den Oscar für den besten Film erhielt, ist gleich mit zwei Produktionen präsent. "Lovers Rock" handelt von der dunkelhäutigen Londoner Gemeinde und spielt in den 70er Jahren, "Mangrove" thematisiert - als Film zur Zeit - Polizeigewalt gegenüber der schwarzen Bevölkerung. Mit einem Drama über die Krise mit Fünfzig hat es der Däne Thomas Vinterberg in die Auswahl geschafft. In dem Film "Druk" spielt Mads Mikkelsen die Hauptrolle.

Mit ihrem Drama "Asa Ga Kuru" (True Mothers) hat es auch die Japanerin Naomi Kawase wieder einmal - zumindest virtuell - nach Cannes geschafft. Und auch der deutsche Regisseur Oskar Roehler ist mit dem Fassbinder-Drama "Enfant Terrible" mit Oliver Masucci in der Hauptrolle unter den Genannten.

Insgesamt waren für die heuer ursprünglich für Mai angesetzten Festspiele 2.067 Spielfilme eingereicht worden. Das sei ein Rekord, so Fremaux. Deshalb sei die Form der 73. Ausgabe in Form einer Empfehlungsliste auch das Mindeste, was das Festival habe tun können.

Quelle: Agenturen