APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL

Bunt: Franz-West-Installation am Wiener Esteplatz

02. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Nicht nur quietschbunt, sondern auch ein bisschen angezuckert ist sie: Auf Franz Wests Skulpturengruppe, die seit Kurzem aus dem Esteplatz in Wien-Landstraße sprießt, fällt beim Presserundgang am Freitag der erste Schnee.

Man sei froh, dass die Installation noch 2022 - im Jahr von Wests 75. Geburtstag und zehnten Todestag - stehe, so Roland Grassberger, Vorstandsvorsitzender der Franz West Privatstiftung und Neffe des Künstlers. Der Streit über seinen Nachlass laufe weiter.

Nach zwanzig Jahren auf der Stubenbrücke wurden Wests Skulpturen "4 Larven (Lemurenköpfe, 2001)" 2021 abgebaut. Nun ist West dank einer Kooperation der Kunst im öffentlichen Raum Wien (KÖR), der Privatstiftung und dem Estate Franz West mit fünf Figuren aus Epoxydharz am Esteplatz - wo sich auch sein Atelier befand - präsent. Die Verbindung zu dem Ort tue dem Projekt gut, meinte KÖR-Geschäftsführerin Martina Taig. Fünf Jahre lang, bis 2027, soll die Installation auf dem Platz bleiben.

Die amorphen, aus der Erde wachsenden Figuren würden den Platz aufwerten, zeigte sich Grassberger überzeugt. Natur und Kunst vermischten sich hier - die Form der Skulpturen habe etwas Natürliches, ihre Farben, grün, gelb oder lila, weniger. Die Installation basiert auf einem Modell Wests aus dem Jahr 2009 und entstand erst nach seinem Tod, erzählte Ines Turian, Geschäftsführerin der Franz West Werknutzungsges.m.b.H. Sie sei 2013 bereits in New York ausgestellt worden. Für die Platzierung der einzelnen Figuren zeichnete der Wiener Künstler Heimo Zobernig verantwortlich.

Diskussionen um Nachlass von West

Seit seinem Tod 2012 gab es Dispute um Wests Nachlass, die laut Grassberger immer noch nicht zu Ende sind. Kurz vor seinem Tod hatte West seinen Nachlass geregelt, Ehefrau und Kinder zu Erben eingesetzt und mit Immobilien bedacht. Die Kunstwerke hatte er in die von ihm errichtete Stiftung eingebracht, die Übertragung wurde von Witwe und Kindern angefochten. Im Jänner 2021 hatte der Oberste Gerichtshof (OGH) das Nachlassvermögen schließlich Wests Schwester zugesprochen, die es der Privatstiftung übertragen wollte.

Haupterbe noch nicht fix entschieden

Noch immer sei jedoch nicht endgültig entschieden, wer der Haupterbe sei - Wests Schwester oder die Kinder -, sagte Grassberger: "Der Kurator der Kinder hat nochmal eine Einantwortung eingebracht. Das muss noch entschieden werden."

Franz West zählte zu den international erfolgreichsten österreichischen Künstlern der vergangenen Jahrzehnte, wurde 2011 auf der Biennale in Venedig etwa mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt. Nähere Informationen zum Künstler gibt es in seinem Atelier am Esteplatz 3, das jeden ersten Donnerstag im Monat von 11 bis 13 Uhr ohne Voranmeldung besucht werden kann.

Quelle: Agenturen