Bühnen Graz fahren in kommenden Jahren auf Sparkurs
Oper, Schauspielhaus und Next Liberty hatten in der vergangenen Saison eine Auslastung von 68, 70 und 86 Prozent. "Das ist ein Bild, das sich seit 2022/2023 so bestätigt", so Rinner. Besuchermäßig haben die Oper 146.788 (zuvor 152.119), das Schauspielhaus 63.909 (60.708) und das Jugendtheater Next Liberty 44.038 Zuseherinnen und Zuseher (46.704) angezogen. Zu diesen insgesamt 254.735 Besuchen kommen noch 225.755 Karten (zuvor 219.330) der Grazer Spielstätten mit Orpheum, Dom im Berg und Kasematten am Schloßberg hinzu.
Die Fixabos sind 2024/2025 weiter zurückgegangen, wodurch man nun bei 4.748 Abos insgesamt hält (5.281 in der Saison 2023/24). Das sind um rund 530 Abonnentinnen und Abonnenten weniger, "wir haben aber Effekte, wo wir sehen, dass es besser wird", wie Rinner ausführte. In der aktuellen Saison hält man bei 4.847 Abos. Mit der Einführung der Bühnen Graz Card habe man gute Erfahrungen gemacht. "Die Karte, die für 70 Euro pro Saison 30 Prozent Ermäßigung für alle Bühnen bietet, wird aktuell von 676 Inhabern aktiv genutzt. Das "Koralm-Abo", das den vergünstigten Besuch von Stadttheater Klagenfurt sowie Oper ermöglicht, fährt langsam an: 119 Abos wurden verkauft, davon 100 nach Kärnten, berichtete Rinner.
Finanziell ist es mit der Saison 2025/26 noch enger geworden: Über den Fördervertrag mit dem Land Steiermark waren rund 55,51 Millionen Euro geplant. Aus budgetären Einsparungsgründen werden es jedoch um rund 4 Millionen weniger. Wie die Valorisierung ausfallen wird, steht noch nicht fest, da werde der Verbraucherpreisindex des Juni entscheidend, führte Rinner aus. Für 2026/27 fällt neben einer vorgegebenen Einsparung von 2 Millionen auch die Valorisierung weg. Das führt zu einer Differenz von 3,7 Millionen Euro gegenüber dem Plan. 2027/28 fallen durch Nichtvalorisierung weitere erhoffte 3,4 Millionen Euro im Budget weg. Für 2028/29 dürfe man dann zwar wieder auf eine Valorisierung hoffen, allerdings auf der Basis des Wertes von 2025/26.
"Nicht einfach, aber gerade noch machbar"
"Keine Sommeroper auf den Kasematten, Klanglicht-Bezahlvariante, Stopp bei Investitionen, Rücklagen auflösen, Einsparung von Sachkosten und Reduktion bei Neuproduktionen", listete Rinner die aufgrund der budgetären Situation notwendig gewordenen Maßnahmen auf. "Es ist nicht einfach, aber es ist gerade noch machbar", so die Einschätzung des Bühnen-Geschäftsführers.
Rinner ging hinsichtlich des Ausmaßes der Einsparungen noch etwas ins Detail. So wurde in der Oper eine Neuproduktion bereits durch die Wiederaufnahme eines Ballettabends ersetzt, auch werde es vier Übernahmen von anderen Häusern geben. Das Lichtkunst-Event Klanglicht, das in den vergangenen Jahren auch der Grazer Innenstadt mehr Strahlkraft verliehen hat, wird 2026 ins Schloss Eggenberg verlegt und dort nur noch mit Eintrittskarten zu erleben sein. Im Oktober 2024 wurde laut handybasierter Mobilitätsanalyse es immerhin von 105.710 Menschen besucht.
(S E R V I C E - www.buehnen-graz.com )
Zusammenfassung
- Die Bühnen Graz müssen bis 2028/29 rund 14,6 Millionen Euro einsparen, was zu einem Investitionsstopp, der Auflösung von Rücklagen und weniger Neuproduktionen führt.
- Mit 480.490 Besuchen in der Saison 2024/25 bleiben die Besucherzahlen stabil, liegen aber rund 30.000 unter dem Niveau vor der Pandemie, während die Auslastung zwischen 68 und 86 Prozent beträgt.
- Die Fördermittel des Landes Steiermark sinken ab 2025/26 um etwa 4 Millionen Euro und die Valorisierung entfällt teilweise, was die finanzielle Lage weiter verschärft.
