APA - Austria Presse Agentur

Bayern zahlt in Coronakrise Künstlern 1.000 Euro im Monat

20. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Bayern will in der Coronakrise den Künstlern im Land monatlich 1.000 Euro auszahlen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München an. Während kulturellen Einrichtungen bereits geholfen werde, würden Freie Künstler aus dem Raster fallen. Die rund 30.000 Künstler, die in der Künstlersozialkasse organisiert sind, würden daher monatlich 1.000 Euro bekommen, sagte Söder.

Bayern will in der Coronakrise den Künstlern im Land monatlich 1.000 Euro auszahlen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München an. Während kulturellen Einrichtungen bereits geholfen werde, würden Freie Künstler aus dem Raster fallen. Die rund 30.000 Künstler, die in der Künstlersozialkasse organisiert sind, würden daher monatlich 1.000 Euro bekommen, sagte Söder.

Ansonsten reißt in Deutschland die Kritik an der als unzureichend eingeschätzten Förderung von Künstlern nicht ab. Für den früheren Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) ist sie mangelhaft. "Eine umfassende Künstlerförderung in der Krise findet nicht statt", sagte Baum, der auch Vorsitzender des Kulturrates in Nordrhein-Westfalen ist, der dpa in Berlin in einer Stellungnahme. "Das entspricht in keiner Weise der Bedeutung der Kunst in einer freiheitlichen Gesellschaft, gerade jetzt in der Krise." Baum warf Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vor, nicht auf bundesweite Proteste aus der Künstlerschaft zu reagieren. Grütters hatte zuletzt angekündigt, die Regierung werde bestehende Hilfsmaßnahmen "beständig überprüfen und gegebenenfalls auch nachjustieren".

Eine Initiative Kulturschaffender in Deutschland veröffentlichte am Montag einen offenen Brief an Bund und Länder, in dem auf die "dramatische und existenzbedrohende Situation" hingewiesen wird. In dem Papier, das den Angaben zufolge bisher mehr als 5.000 Künstlerinnen und Künstler unterzeichnet haben, wird unter anderem "ein bundeseinheitliches Vorgehen zur direkten und speziellen Unterstützung" gefordert. Für Solo-Selbständige und freie Kulturschaffende sei eine Soforthilfe zum Ausgleich existenzbedrohender Einbußen notwendig. Ein bundeseinheitliches Programm solle einen monatlichen Bedarf zur Lebenshaltung in Höhe von 1.180 Euro sichern.

Einen weiteren offenen Brief schrieben die Violinistinnen Anne-Sophie Mutter und Lisa Batiashvili, die Dirigenten Christian Thielemann und Thomas Hengelbrock sowie die Sänger Rene Pape und Matthias Goerne. Sie fragen darin auch im Namen unbekannterer Künstler: "Sind wir nur beliebt, wenn die Zeiten rosig sind?" Sie fordern mit dem in der "Welt" veröffentlichten Schreiben, "Künstlerinnen und Künstler in den Stand zu setzen, die nächsten acht, neun, vielleicht auch zwölf Monate zu überbrücken, ohne in unverschuldetes und unverdientes Elend, in die totale Depression abzugleiten".

Auch die Vorsitzende des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), Dagmar Schmidt, forderte zuletzt eine entsprechende Regelung bundesweit.

Quelle: Agenturen