APA - Austria Presse Agentur

Austropop-Legende Ludwig Hirsch würde 75. Geburtstag feiern

28. Feb 2021 · Lesedauer 3 min

Als gebürtiger Steirer wurde er mit Liedern urwienerischen Zuschnitts, zumindest was deren inhaltliche Morbidität und Hintergründigkeit betrifft, bekannt und beliebt. Ludwig Hirsch hat es mit Songs wie "Die Omama", "Gel', du magst mi" oder "Sternderl Schaun" in den 1980er- und 1990er-Jahren zu einem Fixstern am Austropop-Himmel gebracht. Am heutigen Sonntag wäre der Sänger und Schauspieler, der 2011 verstarb, 75 Jahre alt geworden.

Den Durchbruch konnte der Chansonnier bereits mit seinem Debütalbum "Dunkelgraue Lieder" im Jahr 1978 feiern. Und Stücke solcher Art waren es auch, die ihn seine ganze Karriere über begleiten sollten. Hören kann man das heute auch in Ö1. Der Radiosender nimmt den 75. Geburtstag zum Anlass, in einer "Spielräume Spezial"-Ausgabe (17.10 Uhr) an das musikalische Schaffen des Chansonniers zu erinnern.

Bevor Hirsch - geboren am 28. Februar 1946 in Hartberg - sich hauptberuflich der Musik zuwandte, absolvierte er ein Grafikstudium an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und besuchte die Schauspielschule Krauss. Als Theaterschauspieler war er zuerst auf deutschen Bühnen tätig, bevor er 1975 Ensemblemitglied in der Wiener Josefstadt wurde. Zu dieser Zeit kam auch der Durchbruch mit seiner ersten LP, der mehr als 20 Alben folgen sollten und die regelmäßig von Erfolg gekrönt waren.

2002 gab es für das Album "Perlen" eine goldene Schallplatte, ebenso wie für "In meiner Sprache" und "Sternderl Schaun" (jeweils 1992). Am längsten in den Charts hielt sich allerdings sein Debüt, das gut ein Jahr in der Hitparade blieb. Und auch einen Nummer-1-Song darf der Musiker sein Eigen nennen: Die Single "Gel', du magst mi" erreichte 1983 die Spitze der heimischen Charts. Für "Perlen" wurde er darüber hinaus mit einem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet. Seine letzte genuine Musikveröffentlichung war das Album "In Ewigkeit Damen", das 2006 erschien.

Der Schauspielerei aber kehrte der bissig-satirische Liedermacher in dieser Zeit nie ganz den Rücken. 2004 war er etwa bei den Festspielen Reichenau in Tschechows Untergangskomödie "Der Kirschgarten" und 1998 im Volkstheater ("Irma La Douce") zu sehen. Anfang der 1990er-Jahre komplettierte er das Ensemble beim Salzburger "Jedermann".

2010, ein Jahr vor seinem Ableben, erschien unter dem Titel "Ich weiß es nicht, wohin die Engel fliegen" ein Sammelband mit Hirschs Texten. Im Frühjahr 2011 war er im Rahmen seiner "Gänsehautnah"-Tour auf österreichischen, deutschen und schweizer Bühnen zu sehen. Es sollte für Fans die letzte Gelegenheit sein, den dunkelgrauen Songschreiber live zu erleben. Am 24. November 2011 nahm sich Hirsch, der an einer schweren Krankheit litt, das Leben.

Ein Jahr später - zu seinem ersten Todestag - erschien ein Konzertmitschnitt seiner "Vielleicht zum letzten Mal"-Tour (2010/11) mit dem programmatischen Titel "Zum letzten Mal - Live". 2016 veröffentlichten der Gitarrist und Wegbegleiter Johnny Bertl und Hirschs langjährige Ehefrau Cornelia Köndgen mit "Erinnerungen an Ludwig Hirsch" (ueberreuter) einen Rückblick auf das Leben und Werk des Künstlers. Dass dessen Schaffen auch auf zeitgenössische heimische Singer-Songwriter nachwirkt, zeigt etwa die kleine Konzertreihe von Voodoo Jürgens, die dieser 2018 - zum 40-jährigen Erscheinungsjubiläum der "Dunkelgrauen Lieder" - als Hommage an Ludwig Hirsch auf die Bühne brachte.

Quelle: Agenturen