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Ausnahmetalent Abdullah Siddiqui erobert Pakistans Popszene

17. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Seit neun Jahren produziert Abdullah Siddiqui (20) schon Popmusik. Aus dem Untergrund hat sich der junge Sänger inzwischen zur etablierten Szene in Pakistan hochgearbeitet, viele bezeichnen ihn als Ausnahmetalent. "Ich habe einfach immer wieder versucht, meine eigenen Popsongs zu machen", erzählt der 20-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Islamabad.

Angefangen hatte der begabte Musiker im Alter von elf Jahren noch mit einfachster Software. Professionelles Training habe er nie gehabt. "Ich habe meistens nur verschiedene Gesangstechniken imitiert, die ich im Laufe der Jahre in Musik gehört habe." Siddiqui stammt aus der östlichen Stadt Lahore, die als Pakistans Kulturzentrum gilt. Inspiration fand er jedoch bei internationalen Popmusikern. Nur selten singt er in der Landessprache Urdu.

"Ich habe das Gefühl, dass Englisch meine Hauptsprache ist, obwohl ich hier geboren und aufgewachsen bin." Das habe auch Nachteile, sagt er. Der Mainstream sei vor allem durch Popmusik auf Urdu geprägt. Doch eine neue und junge Generation in Pakistan stellt die Welt der elektronischen Musik seit Jahren auf den Kopf. TV-Shows, gesponsort von großen Marken, haben die Musikwelt verändert. "Nescafé Basement" oder "Coke Studio" heißen etwa die Talentshows.

Pakistans Popmusik ist geprägt von Rock-Einflüssen und Sufi-Musik, der mystischen Strömung des Islams. TV-Shows, Youtube und eine Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, hat die Szene verändert. Große Marken stecken dazu viel Geld in Musikshows, mehr noch als pakistanische Musiklabels, sagen Künstler in dem mehrheitlich muslimischen Land. Oft schafft es Popmusik heute auch in die Soundtracks pakistanischer Filmproduktionen.

"Pakistanische Popmusik kommt immer aus einer markenfinanzierten Fernsehshow", sagt Siddiqui. "Wir haben begonnen, einige ihrer Begrenzungen zu erkennen", so der Sänger. "Das System steht in gewisser Weise drastischer Innovation im Weg". Die Produzenten ließen sich wenig auf Risiken und experimentelle Musik ein. "Deshalb begegnet man keiner Musik mit politischer Ausrichtung oder etwas Provokantem."

Trotzdem wurden viele Talente mit den Shows gefördert und entdeckt, auch Siddiqui profitierte von seinen Auftritten. Songs unbekannter Musikerinnen und Musiker wurden so schon innerhalb kurzer Zeit millionenfach gehört. Trotz der Kritik an Shows, sehen auch Musiker wie Siddiqui, die von einer internationalen Karriere träumen, ihre Vorteile. "Wir haben noch keine Alternative entdeckt", sagt der 20-Jährige.

Quelle: Agenturen