APA - Austria Presse Agentur

Albertina-Chef Schröder fordert die Öffnung der Kultur

06. Dez 2021 · Lesedauer 3 min

Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder meldet sich vor der für Mittwoch erwarteten Entscheidung über ein mögliches Ende des aktuellen Lockdowns mit einem flammenden Appell für die Wiederöffnung von Kunst und Kultur zu Wort. "Ich kann nur lauthals dafür votieren, der geimpften oder genesenen Bevölkerung den Besuch unserer Museen, unserer Konzerte, unserer Kinos nicht vorzuenthalten", so Schröder im APA-Gespräch. Die Politik müsse hier nach Risiko differenzieren.

"Ein Restaurant, das nicht klimatisiert ist, in dem ich rede und zum Essen notgedrungen die Maske abnehme, hat sicher ein anderes Risikoprofil als ein Museum, das vollklimatisiert ist und bei dessen Besuch ich durchgängig die Maske trage", unterstrich Schröder. Weihnachten 2021 werde ohnedies anders aussehen als jenes vor der Pandemie: "Aber es kann immerhin eines werden, bei dem wir unter Einhaltung hoher Sicherheitsvorgaben schweigend schöne Dinge hören oder sehen können. Das soll die Regierung nicht durch die nochmalige Einschränkung unserer Grundrechte torpedieren."

Denn es bleibe klar zu konstatieren: "Wir müssen das schwere Versäumnis der Regierung, im Sommer die Impfquote zu heben, jetzt durch einen Lockdown ausbaden." Deshalb hoffe er inständig, dass die Bestrafung der Geimpften nicht fortgeführt werde. "Die Disziplin der Bevölkerung ist außergewöhnlich hoch", zollte Schröder den Besuchern Respekt. Zugleich steige aber auch die Uneinsichtigkeit unter jenen, die alles täten, sich und andere zu schützen.

Dabei sprach sich der Albertina-Direktor gegen eine Einführung von 2G-plus - also der Vorgabe eines Impf- oder Genesenennachweises plus einem aktuellen PCR-Test - für die Museen aus. Kino- oder Theaterbesuche würden weit im Voraus geplant. "Aber man plant nicht im selben Ausmaß den Museumsbesuch. Die Idee, Museen nur mit 2G und zusätzlich einem aktuellen Test zu öffnen, kommt einer Schließung gleich."

Eine Klarheit, ob sein Haus den durch den jetzt avisierten Zeitraum des Lockdowns zusätzlich entstandene Verlust von 1 Million Euro kompensiert werde, habe er indes noch nicht. "Wir haben noch keine Information, was wir heuer an Coronamitteln erhalten. Aber diese zusätzliche Million, die uns durch schwere Versäumnisse von der Politik im Frühjahr und Sommer auferlegt worden sind, müssen wir kompensiert bekommen."

SPÖ-Kultursprecherin Gabriele Heinisch-Hosek forderte im Hinblick auf Öffnungsschritte unterdessen "einen klaren Plan für die Kultureinrichtungen". Es dürfe "keine unsachliche Benachteiligung von Kunst und Kultur geben - wenn Einkaufszentren offen halten dürfen, dann muss das auch für Museen gelten", meinte die Sozialdemokratin am Montag in einer Aussendung. Auch für Veranstaltungen mit zugewiesenen Sitzplätzen erwartet sich Heinisch-Hosek Regeln, "die auch den erprobten Sicherheitskonzepten in den Kulturbetrieben Rechnung tragen".

Quelle: Agenturen