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"Against the Ice": GoT-Star Coster-Waldau im Überlebenskampf

15. Feb. 2022 · Lesedauer 3 min

Das winterliche Berlin als warm zu empfinden gelingt entweder mit dankbarer Herzensglut, dass es die Verantwortlichen geschafft haben, inmitten der Omikronwelle eine Präsenz-Berlinale abzuhalten. Oder man sieht sich den Abenteuerfilm "Against the Ice" an, der in die zweistelligen Minusgrade Grönlands entführt - und das voller Spannung. Ein heißer Tipp ist diese Netflix-Produktion, die Dienstagabend in Berlin Weltpremiere feierte und ab 2. März beim Streamingdienst läuft.

Dabei muss man konstatieren, dass die großen Bilder, die der dänische Regisseur Peter Flinth für seinen Film komponiert hat, beinahe zu schade sind, um sie nicht auf der großen Leinwand zu genießen. Schließlich entführt "Against the Ice" in die unendlichen Weiten der Eiswüsten, in denen zwei Männer gegen die Kälte, den Tod und das Verlieren der Hoffnung kämpfen - ein Kammerspiel im denkbar größten Raum.

Ausgangspunkt war der Tatsachenbericht des dänischen Polarforschers Ejnar Mikkelsen von den Geschehnissen des Jahres 1910, den sein Landsmann und "Game of Thrones"-Star Nikolaj Coster-Waldau Jahrzehnte später in einem Antiquariat entdeckte und sich wohl dachte: "Winter is coming". Er verfasste kurzerhand das Drehbuch und spielt auch eine der beiden Hauptrollen in dieser auf Englisch gedrehten isländisch-dänischen Produktion.

Diese zeichnet den Gang ins Eis von Kapitän Ejnar Mikkelsen (Coster-Waldau) und seinem Begleiter Iver Iversen (Joe Cole) nach, die sich 1910 mit zwei Hundeschlitten aufmachten, um die Aufzeichnungen einer gescheiterten Vorgängermission sicherzustellen. Hintergrund sind Gebietsansprüche der USA auf den Norden der dänischen Kolonie Grönland, da dieser durch einen Kanal von der Hauptinsel getrennt sei. Die Dänen wollen das Gegenteil beweisen.

Dafür wird die "Alabama" mit sieben Mann Besatzung entsandt, und von deren Ankerplatz aus machen sich der ehrgeizige Kapitän Mikkelsen und der naive Mechaniker Iversen, der sich als Einziger freiwillig gemeldet hat, auf die Suche nach den Unterlagen. "Es ist wie eine Wanderung von Moskau nach Rom auf der Suche nach einem Steinhaufen", wie eines der Besatzungsmitglieder sagt.

Am Ende werden die beiden 865 Tage alleine in der wohl unwirtlichsten Landschaft der Erde verbracht und Hunger, Eisbärangriffe und die eigene Psyche bewältigt haben. In diesem Überlebenskampf wandelt sich die Beziehung der Männer vom Idol und seinem unbedarften Bewunderer zu einer echten Freundschaft auf Augenhöhe.

Das Zusammenspiel von "Game of Thrones"-Star Coster-Waldau und dem Newcomer Cole trägt neben der Naturaufnahmen diese zum Ende hin etwas zu lang geratene Erzählung, die in mancher Hinsicht an die Ära der großen Abenteuerfilme anknüpft. Männer ohne viele Worte im Kampf gegen die Natur. Manchmal gibt es einfach auch nicht viel zu sagen, dann müssen eben die Augen sprechen.

(S E R V I C E - www.berlinale.de/de/programm/programm/detail.html?film_id=202204536 ; www.netflix.com/de/title/81115160)

Quelle: Agenturen