APA - Austria Presse Agentur

So können Sie überprüfen, ob ihre E-Mail vom Facebook-Leak betroffen ist

05. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Über eine halbe Milliarde Facebook-Userdaten tauchten am Wochenende gratis im Netz auf, darunter 1,25 Millionen Datensätze aus Österreich. Veröffentlicht wurden E-Mail-Adressen, Telefonnummern, volle Namen, Geburtsdaten und die Facebook-User-ID. Prominentes Opfer: Unter den Geschädigten ist auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Die Daten wurden Facebook schon 2019 gestohlen, die neuerliche Veröffentlichung erhöhe jedoch die Gefahr von Betrugsversuchen. Erst seien die Informationen mehrmals zum Verkauf angeboten worden, von Mal zu Mal zu einem niedrigeren Preis. Schließlich wurden die Daten am Wochenende in einem Hacker-Forum gratis online gestellt. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Daten inzwischen großflächig im Umlauf seien, wie "Bleeping Computer" berichtet.  533 Millionen Accounts aus 106 Staaten sind davon betroffen, darunter die USA (32 Mio.), Großbritannien (11 Mio.), Indien (6 Mio.).

Aus Österreich wurden 1.249.388 Datensätze öffentlich. Das berichtet Alon Gal, Technologie-Chef des Unternehmens Hudson Rock, das Informationen über Cyberkriminalität zusammenträgt. Er entdeckte am Samstag in der Früh das immense Datenleak. 

E-Mail im Netz? So können Sie nachprüfen

Troy Hunt hat die geleakten E-Mail-Adressen zu seiner Database "haveibeenpwned.com" hinzugefügt. Durch Eingabe seiner Adresse kann man mit einem Knopfdruck kontrollieren, ob man unter den Opfern ist. Allerdings funktioniert das nur in jenen Fällen, in denen die E-Mail veröffentlicht wurde. Wenn der Leak zum Beispiel die Telefonnummer, jedoch nicht die E-Mail betrifft, wie das beim Großteil der Daten der Fall sein soll, kann die Database keine Auskunft geben, so "Bleeping Computer". 

Facebook hätte User informieren sollen

Facebook gab an, das Problem sch0n längst zu kennen. "Das sind alte Daten, über die zuvor 2019 berichtet worden war", teilte die Pressestelle von Facebook mit. "Wir haben das Problem im August 2019 entdeckt und gelöst." Alon Gal gab an, dass Facebook nicht viel tun könne, um seinen Usern zu helfen, weil die Daten schon an die Öffentlichkeit gelangt seien. Sehr wohl hätte das Unternehmen die Opfer des Leakss darüber informieren können, damit sie vorgewarnt sind, wenn jemand mit ihrer Identität zu betrügen versucht, wie "Insider", die zuerst über das Thema berichteten, schrieb. Die User würden Facebook ihre Daten anvertrauen und erwarten können, dass Facebook seinerseits die Daten mit dem größten Respekt behandelt, so Gal. Es sei ein immenser Vertrauensbruch und sollte auch als solcher behandelt werden.  

Unter den Opfern befindet sich übrigens auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbst. 

Marianne LamplQuelle: Redaktion / lam