APA - Austria Presse Agentur

Erhöhtes Risiko einer erneuten Corona-Infektion bei Älteren

18. März 2021 · Lesedauer 2 min

Eine Ansteckung schützt laut einer neuen Studie nicht alle vor einer erneuten Infektion mit dem Coronavirus. Bei älteren Menschen ist das Risiko erhöht.

Eine Infektion mit dem Coronavirus bietet den meisten Menschen in den Folgemonaten Schutz von gut 80 Prozent vor einer Neuansteckung. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie in Dänemark, die nun in der Fachzeitschrift "The Lancet" vorgestellt wurde. Bei älteren Menschen über 65 Jahren tritt eine wiederholte Infektion allerdings häufiger auf als bei jüngeren. Der Wert liegt laut der Untersuchung nur bei rund 47 Prozent.

Corona-Impfung für Infizierte empfohlen

"Unsere Studie bestätigt, worauf eine Reihe anderer bereits hingedeutet haben", erklärte einer der Autoren, der Epidemiologe Steen Ethelberg vom dänischen Gesundheitsinstitut SSI. "Eine Neuansteckung mit SARS-CoV-2 ist bei jungen, gesunden Menschen selten, für Ältere besteht aber ein höheres Risiko, sich noch mal anzustecken."

Diese Erkenntnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen, wie Abstandhalten und Impfen, auch für diejenigen von grundlegender Bedeutung sind, die bereits Covid-19 gehabt haben. Ihre Analyse lege weiterhin nahe, dass auch Menschen geimpft werden sollten, die sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Auf den natürlichen Schutz lasse sich besonders bei den Älteren nicht vertrauen.

Dafür, dass der Schutz nach einer einmal durchgemachten Infektion innerhalb einer sechsmonatigen Periode abnimmt, wurden keine Anzeichen gefunden, erklärte die Autorin Daniela Michlmayr.

Daten aus Dänemark

Die Autoren der Studie haben umfangreiche Daten aus einer nationalen Corona-Teststrategie in Dänemark analysiert. Mehr als vier Millionen Menschen wurden 2020 in dem skandinavischen Land mit kostenlosen PCR-Tests getestet. Die - während der ersten und der zweiten Corona-Welle gesammelten - Ergebnisse machen sich die Dänen auch zu Forschungszwecken zunutze. Nach Angaben der Wissenschafter sind die PCR-Tests bei 0,65 Prozent der Patienten während der ersten und zweiten Corona-Welle zweimal positiv ausgefallen. Zum Vergleich: Der Test derjenigen, die während der ersten Welle im März bis Mai 2020 negativ getestet worden waren, war während der zweiten im darauffolgenden September bis Dezember bei 3,27 Prozent der Patienten positiv.

Quelle: Agenturen / apb