CD Projekt RED

Cyberpunk 2077: Ist der Hype real?

18. Dez 2020 · Lesedauer 4 min

Selten wurde ein Videospiel vor dem Release so gehyped. Doch hält "Cyberpunk 2077" was es verspricht? PULS 24 hat mit einem Gamer über seine Erfahrungen mit dem vermeintlichen Rollenspiel des Jahres gesprochen.

Gut Ding braucht Weile. Selten hat das Sprichwort mehr zugetroffen als auf den Release von "Cyberpunk". Gaming-Fans mussten dafür Nerven wie Drahtseile haben. Bereits im Jahr 2012 wurde das Spiel erstmals vorgestellt. Alleine in diesem Jahr galt es drei Verschiebungen des finalen Release-Termins zu ertragen. Nun – nach 8 Jahren Entwicklungszeit – war es diese Woche so weit. "Cyberpunk 2077" ist erschienen.

Willkommen in der Maschine

Die Entwickler von CD Projekt haben sich zum ersten Mal in der Firmengeschichte an ein Spiel gewagt, das nicht im "Witcher"-Universum angesiedelt ist. Statt Zauberer und Fantasywelten gibt es in "Cyberpunk 2077" eine dystopische Zukunft, in der gewaltige Konzerne die Welt beherrschen und Human-Cyborgs etwas alltägliches sind.

Der Spieler schlüpft in die Rolle von V, einem Söldner, der versucht sich in der Metropole von Night City einen Namen zu machen. Wer V ist, bestimmt der Spieler selbst. Er kann aus einem von drei Lebensgeschichten wählen. Jeder dieser drei Pfade bietet einen anderen Einstieg in das Spiel. 

Der Künstler Pandas, passionierter Videospieler, der bisher rund 10 Stunden Spielzeit in "Cyberpunk 2077" investiert hat, sagt gegenüber PULS 24, dass die unterschiedlichen Lebensgeschichten aber kaum Auswirkungen auf den weiteren Spielverlauf haben. Dies sei nach den unterschiedlich gestalteten Einstiegen "ein wenig enttäuschend".

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Wir haben diese Stadt gebaut ...

Das große Plus von "Cyberpunk 2077" sei die "wahnsinnig schöne" Spielwelt, sagt Pandas. Im Stadtzentrum tummeln sich so viele Leute, wie man es bisher kaum in einem Open-World-Spiel gesehen hat. Das Spiel zeichne sich auch durch eine unvergleichliche Vielfalt bei den zahlreichen NPCs aus. Im Durchschnitt seien "50 bis 60 unterschiedliche Personen" auf der Playstation-4-Version des Spiels im unmittelbaren Blickfeld. Man müsse schon sehr gezielt danach suchen, um in kurzer Zeit zwei gleich aussehende Personen zu finden, hält Pandas fest.

Neben dem ständigen Trubel ist es die Detailverliebtheit, die hervorsticht. "Jedes Stück Müll macht Sinn, dass er dort liegt", sagt Pandas beeindruckt. Wenn man durch die Stadt laufe, passieren so viele Dinge im Hintergrund, dass man sich ärgere, wenn man etwas verpasst, fasst Pandas seine Eindrücke zusammen.

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Das Leben in der Stadt

Erzählt wird die Hauptgeschichte von "Cyberpunk 2077" in mehreren Quest-Reihen über den Verlauf von drei Akten. Dabei fällt der Umfang der eigentlichen Handlung deutlich geringer aus als in "The Witcher 3". Wer sich von Anfang bis Ende ausschließlich auf die Story-Missionen konzentriert, dürfte den Abspann vermutlich schon nach rund 25 bis 30 Stunden erreicht haben. Doch der wirkliche Spielspaß liegt in den Side-Quests.

Hier sticht laut Pandas hervor, das es im Wesentlichen drei Herangehensweisen an die Aufgaben gibt. Das Spiel zeige dir aber so nicht an, ob hacken, schleichen oder kämpfen die beste Option sei. Auch die gut ausgearbeiteten Charaktere stechen hervor. Viele davon kommen mit der Zeit erneut auf V zu und bitten um Hilfe bei bestimmten Dingen. Daraus entwickeln sich meist sehr interessante, gut geschriebene Nebenhandlungen.

Die Dialoge mit den Charakteren seien "gut gesprochen und abwechslungsreich", sagt Pandas. Er hebt vor allem hervor, dass der Spieler in den Haupt-Quests volle Kontrolle über seine Handlungsoptionen habe. Dadurch fühle sich das Spiel sehr nativ an und Dialoge wie auch die Quests selbst seien aktiv beeinflussbar. "Wenn man, zum Beispiel, die falsche Person beleidigt, macht das die Mission im späteren Verlauf schwieriger", sagt Pandas.

Gute Ladezeiten aber Spielausfälle

Direkt nach dem Release von "Cyberpunk 2077" haben mehrere Spieler die vielen Bugs kritisiert. Eine Meinung, die Pandas nur bedingt teilt: "Im Spiel selbst sind die Bugs nicht so arg. Bei so einer riesigen Spielewelt kann ich das verzeihen." Auch die Ladezeiten auf der Playstation 4 seien vergleichsweise schnell - nur Sterben dürfe man nicht, warnt Pandas. Die Ladezeit danach sei eindeutig zu lang. Negativ zu bemerken hatte er auch, dass das Spiel bereits mehrmals abgestürzt ist.

Fazit 

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass "Cyberpunk 2077" mit einer in dieser Form noch nie dagewesenen Spielwelt durchaus neue Standards für Rollenspiele setzt. Auch wenn die Auswirkungen von eigenen Handlungen auf den Spielverlauf geringer als erhofft ausgefallen sind, fühlt sich der Spieler in "Cyberpunk 2077" im Vergleich zu anderen Spielen doch nativer und freier an. 

Also das perfekte Spiel, um über die Weihnachtsfeiertage seinen inneren Anarcho auszuleben.

Quelle: Redaktion / apb