APA - Austria Presse Agentur

Anschlag in Wien: Digitalwirtschaftsverband kritisiert "skrupellosen Katastrophenjournalismus"

04. Nov 2020 · Lesedauer 2 min

iab austria und Online-Vermarkterkreis appellieren an alle, ihre Verantwortung ernst zu nehmen. "Rücksichtlose ethische Vergehen" schaden der ganzen Branche. Sie mahnen die "Einhaltung der journalistischen Ethik".

Der Digitalwerbeverband iab und der Online-Vermarkterkreis mahnen nach dem Terror-Anschlag in Wien in einer Aussendung "zur Besinnung auf journalistische und ethische Werte in der Berichterstattung über Großereignisse". Medien müssten "präzise journalistische und ethische Standards einhalten", wird darin gefordert.

"Die Behinderung der polizeilichen Ermittlungsarbeit liegt ebenso unter dem Niveau vertrauenswürdiger Medien wie die Verletzung der Menschenwürde durch die Veröffentlichung von Opferbildern oder die Verbreitung unbestätigter Mutmaßungen", heißt es in der Aussendung.

"Skrupelloser Katastrophenjournalismus"

Nahezu alle österreichischen Publisher-Portale seien sich ihrer hohen Verantwortung in der Berichterstattung rund um den Terroranschlag auf Wien bewusst gewesen und "für betroffene und besorgte Menschen in der Nacht und den Tagen danach eine wichtige und verlässliche Informationsquelle" gewesen, sagen iab und der Online-Vermartkterkreis.

Einige Medien hätten sich an diese Standards nicht gehalten und so der gesamten Branche geschadet. "Rücksichtlose ethische Vergehen und skrupelloser Katastrophenjournalismus sind nicht nur menschlich, sondern auch wirtschaftlich zutiefst zu verurteilen. Sie schaden der ganzen Branche, die seit Jahren darum kämpft, sich durch Qualität, seriösen Journalismus und Anstand von den US-Digitalgiganten abzuheben. Das iab austria und der Online-Vermarkterkreis mahnen Digitalmedien zu seriösem und respektvollem Journalismus, der das richtige Umfeld für effektive Digitalwerbung ist", betonen iab-austria-Präsident Markus Plank (Adverserve) und Eugen Schmidt (AboutMedia), Leiter des Online-Vermarkterkreises.

Iab denkt über eigenen Kodex nach

Der Online-Vermarkterkreis und das iab austria kündigten in der Aussendung auch an, in ihren Gremien über einen Kodex zu diskutieren, der für Mitglieder verpflichtend ist. Im technischen Bereich erwies sich der "Code of Conduct" des iab austria bereits als sehr hilfreich, um dem Markt ein einheitliches Qualitätsniveau und ein verpflichtendes Bekenntnis zu Standards zu zeigen.

Durch die zunehmende Bedeutung von Brand Safety erscheine es sinnvoll, "zusätzliche Standards für die Berichterstattung und den Umgang mit Werbung in Katastrophenfällen zu definieren, um dem Markt zu beweisen, dass sich österreichische Publisher nicht auf das Niveau der US-Digitalgiganten begeben und ihren Kunden Sicherheit bieten", heißt es in der Aussendung.

Quelle: Redaktion / apb