Zugunglück im Bezirk Mödling mit Totem und Verletzten: Suche nach Ursache

10. Mai 2022 · Lesedauer 3 min

Nach dem Zugunglück auf der Pottendorfer Linie in Münchendorf (Bezirk Mödling) am Montagabend mit einem Todesopfer, drei Schwer- und neun Leichtverletzten laufen am Dienstag die Erhebungen zur Klärung der Ursache.

Ein "Ventus"-Zug der Raaberbahn war auf der Pottendorfer Linie entgleist. Einer der sechs Wagen der Doppelgarnitur stürzte in ein Feld. Ein zweiter blieb ebenfalls seitlich auf der Böschung neben den Gleisen liegen.

Eine Person unter Zug, Lokführer eingeklemmt

Das Bezirksfeuerwehrkommando Mödling berichtete, dass die Oberleitung abgerissen wurde und quer über der Unfallstelle lag. Die FF Münchendorf, Achau und Guntramsdorf wurden um 18.27 Uhr alarmiert. Der eingeschlossene Triebwagenführer musste von den Einsatzkräften mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Die bei dem Unfall getötete Person war dem Bezirkskommando zufolge unter dem Zug eingeklemmt worden. 

Der Fahrtenschreiber des Zuges wurde laut Loidl auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt sichergestellt. Dem Polizeisprecher zufolge war am Dienstag ein Maschinenkran der ÖBB im Einsatz, um die beiden umgestürzten Waggons zu bergen und die vier anderen wieder in die Gleise zu stellen.

56 Personen im Zug

An Bord des Zuges, der auf dem Weg von Deutschkreutz nach Wien-Hauptbahnhof war, hatten sich laut Stefan Loidl von der Landespolizeidirektion Niederösterreich der Triebwagenführer und 56 Passagiere befunden. Demnach blieben 44 Menschen bei dem Unfall unversehrt. Sie wurden im nahen Katastrophenhilfezentrum Münchendorf des Roten Kreuzes Niederösterreich betreut und versorgt.

Bei dem Unglück kam ein 25-Jähriger aus Eisenstadt ums Leben, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Er war dem Bezirksfeuerwehrkommando Mödling zufolge unter dem Zug eingeklemmt worden. Der eingeschlossene Triebwagenführer, nach Polizeiangaben ein 52-jähriger ungarischer Staatsbürger, musste von den Einsatzkräften mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Ebenfalls schwer verletzt wurden eine 35-Jährige aus Wien-Floridsdorf und ein 78-Jähriger aus Wien-Landstraße.

Der 25-Jährige, der bei dem Zugsunglück starb, hatte als Violinist in der Eisenstädter Dommusik St. Martin fungiert. Die Diözese Eisenstadt bekundete am Dienstagnachmittag in einer Aussendung ihre Trauer.

Bei dem Vorfall erlitten zumindest zehn weitere Fahrgäste der Polizei zufolge leichte Verletzungen. Die Blessuren der österreichischen und ungarischen Staatsbürger wurden in Landeskliniken ambulant behandelt.

Schienenersatzverkehr

Wegen des Unfalls waren im Abschnitt Achau - Wampersdorf der Pottendorfer Linie keine Fahrten möglich. Ein Schienenersatzverkehr mit Autobussen wurde eingerichtet. "Die Bergungsarbeiten der Zuggarnitur und die Maßnahmen zur Instandsetzung der Schieneninfrastruktur laufen auf Hochtouren, um zumindest ein Gleis möglichst rasch wieder befahrbar zu machen", teilten die ÖBB am Dienstagabend per Aussendung mit. Verläuft alles nach Plan, könnte am (morgigen) Mittwoch gegen 18.00 Uhr ein Gleis wieder benutzbar sein. Beim zweiten Gleis sei der Umfang der Reparaturarbeiten "jedoch deutlich größer", wurde betont. Mit Sanierungsmaßnahmen über mehrere Tage hinweg sei zu rechnen. Eine Freigabe der gesamten Strecke ist daher laut ÖBB erst in etwa drei bis fünf Tagen zu erwarten.

"Wir sind tief erschüttert. Unsere Anteilnahme und unser Mitgefühl gelten den Hinterbliebenen des verunglückten Fahrgastes. Wir wünschen unseren verletzten Reisenden rasche Genesung," reagierte Hana Dellemann, stellvertretende Generaldirektorin der Raaberbahn, am Dienstag auf das Unglück. In einer Aussendung wurde zudem mitgeteilt, dass Züge nach betrieblichen Möglichkeiten über Gramatneusiedl und der Güterverkehr großräumig umgeleitet würden. Für Reisende steht die Servicenummer der Raaberbahn (Tel.: 0501611) zur Verfügung.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam