APA - Austria Presse Agentur

Zahl der Corona-Infizierten in Brasilien nähert sich 500.000

01. Juni 2020 · Lesedauer 3 min

Das Coronavirus breitet sich in Südamerika weiter alarmierend schnell aus. In Brasilien gab das Gesundheitsministerium am Samstag den neuen Rekordwert von 33.274 Neuinfizierten bekannt. Damit stieg die Zahl der Ansteckungen auf 498.440. In Russland stieg die Zahl der Corona-Infizierten kurz vor geplanten größeren Lockerungen auf über 400.000.

Bei der Zahl der Sterbefälle überholte Brasilien mit 28.834 Frankreich und liegt nun weltweit nur noch hinter den USA, Großbritannien und Italien. Trotz dieser Zahlen und entgegen den Warnungen von Gesundheitsexperten bereiten die brasilianischen Einzelstaaten dieser Tage Lockerungsschritte vor. Der rechtspopulistische Staatspräsident Jair Bolsonaro hat die durch das Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 stets heruntergespielt und Lockdown-Maßnahmen kritisiert, da diese die Wirtschaft des Landes lähmen würden und enorme Arbeitslosigkeit zur Folge hätten.

In Russland wies die amtliche Statistik am Sonntag 9.268 neue Infektionsfälle aus. Die Gesamtzahl stieg damit auf 405.843, darunter nach offiziellen Angaben 4.693 Todesfälle.

Ungeachtet massiv steigender Zahlen beginnt auch in Russland eine größere Lockerungswelle. Erstmals seit mehr als zwei Monaten Ausgangssperre sind in Moskau - Europas größter Stadt - am Montag wieder Spaziergänge an einzelnen Tagen und Frühsport im Freien erlaubt. Verschärft wird allerdings der Maskenzwang. Mund- und Nasenschutz sind dann nicht mehr nur in öffentlichen Räumen und Verkehrsmitteln Pflicht, sondern auch auf der Straße. In der russischen Hauptstadt werden erstmals wieder Geschäfte und Einkaufszentren sowie Dienstleistungsbetriebe wie Reparaturwerkstätten und Reinigungen unter strengen Hygienevorschriften geöffnet. Dadurch können 300.000 Menschen wieder zur Arbeit.

Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln sind weiter nur mit einem von der Stadt ausgegebenen elektronischen Passierschein erlaubt. Zudem ist das Tragen von Handschuhen vorgeschrieben. Auch in vielen anderen Teilen Russlands sind massive Lockerungen geplant.

Indes verzeichnete Schweden am Montag acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, nachdem der Sonntag der erste Tag ohne Corona-Tote seit März gewesen war. Wie die staatliche Gesundheitsbehörde weiter mitteilte, stieg die Zahl der Todesfälle daher auf 4.403. Etwa 37.800 Menschen infizierten sich bisher. Den ersten Todesfall hatte das skandinavische Land am 11. März registriert.

Bereits am Sonntag hatte die Behörde aber darauf hingewiesen, dass sich die Vermeldung weiterer Opfer über das Wochenende für gewöhnlich verzögere. "Wir werden morgen (Dienstag) wahrscheinlich weitere Todesfälle gemeldet bekommen", sagte der Epidemiologe Anders Tegnell von der Gesundheitsbehörde. "Aber es ist positiv, dass wir für ein paar Tage geringe Zahlen hatten."

Angesichts eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen in Israel mahnte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Bürger des Landes zu mehr Disziplin. "Es gibt in den letzten Tagen einen Anstieg der Erkrankungen, begleitet von einer Aufweichung der Disziplin", sagte Netanjahu am Sonntag. Als neue Infektionsherde in Israel zeichnen sich vor allem Schulen ab. Nach Angaben des Bildungsministeriums sind bereits 17 Kindergärten und Schulen wegen Corona-Neuerkrankungen wieder geschlossen worden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 17.012 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 14.811 sind wieder genesen. 284 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Unterdessen will Spanien den Notstand und die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens einem Zeitungsbericht zufolge bis zum 21. Juni ausdehnen. Ministerpräsident Pedro Sanchez wolle das Parlament um Zustimmung für eine letzte zweiwöchige Verlängerung bitten, berichtet "El Pais". Danach solle die Bewegungsfreiheit der Bürger nicht mehr eingeschränkt werden. In dem Land sind mehr als 27.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, rund 240.000 Infektionsfälle sind nachgewiesen.

Quelle: Agenturen