Wirkung von Rotem Fingerhut gegen Herzschwäche belegt
Seit mehr als 200 Jahren wird der Stoff Digitalis aus den Blättern des roten Fingerhuts zur Behandlung der Herzschwäche eingesetzt. Zu dieser Wirkstoffgruppe der Herzglykoside zählt auch das Medikament Digitoxin. Jetzt konnten die Forscher demnach auch wissenschaftlich einwandfrei nachweisen, dass Digitoxin einen deutlich positiven Effekt bei einer Herzschwäche aufgrund einer verminderten Pumpfunktion und einer unzureichenden Entleerung der linken Herzkammer hat.
Eine Zusatztherapie mit Digitoxin verringert bei Patientinnen und Patienten mit solch einer fortgeschrittenen Erkrankung demnach die Sterblichkeit und die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Herzschwäche. Die Ergebnisse wurden in der medizinischen Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.
Atemnot, geringe Belastbarkeit, Wassereinlagerungen bis hin zur Unbeweglichkeit und schweren Herzrhythmusstörungen sind die Folge von chronischer Herzschwäche oder Herzinsuffizienz . Die Erkrankung ist eine der häufigsten Ursachen dafür, dass Menschen ins Krankenhaus eingewiesen werden müssen oder sogar an den Folgen sterben.
Zusammenfassung
- Eine zehnjährige Studie mit mehr als 1.200 Patientinnen und Patienten hat erstmals wissenschaftlich bestätigt, dass ein Wirkstoff aus dem roten Fingerhut (Digitoxin) bei Herzschwäche wirksam und sicher ist.
- Die Zusatztherapie mit Digitoxin verringert die Sterblichkeit und die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei Menschen mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz deutlich.
- Die Ergebnisse der von der Medizinischen Hochschule Hannover geleiteten Studie wurden im 'New England Journal of Medicine' veröffentlicht.