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Wien: Spitäler werden mit 6,6 Milliarden modernisiert

02. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Am Donnerstag hat die Stadt Wien einen Modernisierungsplan für die Gemeindespitäler vorgestellt. So will man bis 2040 alle Spitäler – außer die Klinik Floridsdorf – modernisieren. Die Stadt schätzt die Kosten für alle Arbeiten auf 6,6 Milliarden Euro.

Laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sei die Behandlung in den Wiener Spitälern auf höchstem Niveau. Dennoch sind die Gebäude "teilweise schon 100 Jahre alt". Man müsse nun "in die Infrastruktur" investieren, so Hacker.

Sanierung und Modernisierung notwendig 

Die Klinik Floridsdorf (früher bekannt als Krankenhaus Nord) wurde erst kürzlich errichtet, deswegen bräuchte es hier keine Erneuerungen. Alle anderen Häuser wie die Kliniken Ottakring, Hietzing, Favoriten, Landstraße und Donaustadt werden bis 2040 saniert.

Die Sanierung im AKH – welches 1944 eröffnet wurde – ist bereits seit 2018 im Gange. Diese soll bis 2030 abgeschlossen sein. Vor allem in zwei Spitälern, dessen Kern-Baussubstanz aus der Monarchie-Zeit ist, herrscht nach Angaben der Stadt akuter Handlungsbedarf: Die Klinik Hietzing, welche 1913 in Betrieb ging, sowie die Klinik Ottakring, welche 1891 das erste Mal ihre Türen öffnete.

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Die Modernisierung wurde im Koalitionsabkommen der Stadt-SPÖ und der -NEOS vereinbart. Der stufenweise Umbau wird jeweils Vollbetrieb stattfinden, so Hacker. Hierauf soll geachtet werden, dass während in einem Spital gearbeitet wird, ein jeweiliges Partnerspital dessen Aufgaben übernehmen kann.

Klimagerechte Kliniken 

Weiters sollen die Maßnahmen mit dem Wiener Klimafahrplan übereingestimmt werden. Man möchte die "höchsten Energiestandards" sicherstellen, damit der "Heizwärme- und Kühlbedarf" sowie der "Ausstoß an Treibhausgasen" im Gesundheitsverbund "auf null" reduziert wird, so der NEOS-Gesundheitssprecher Stefan Gara.

Wirtschaftlicher Nutzen 

Für Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) gibt es einen zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen der Modernisierung. Das Projekt würde fünf Milliarden Euro Bruttowertschöpfung für Österreich bringen, heißt es seitens der Stadt. Etwa die Hälfte davon in Wien. Um die Investitionssumme für den ersten Schritt bis 2030 von 3,3 Milliarden Euro aus dem Stadthaushalt aufzustellen, werde man für heuer einen Aufstockungsantrag im Gemeinderat einbringen, "um damit den jährlichen Investitionskostenzuschuss bereits im Jahr 2022 von 220 auf dann 370 Millionen Euro pro Jahr zu erhöhen."

Die Planung und das Management der Modernisierungsarbeiten wird in einer eigenen Gesellschaft durchgeführt. Der Gesundheitsverbund habe aus den "Erfahrungen beim Bau der Klinik Floridsdorf viel gelernt". Dort kam es zu einer Preisexplosion beim Bau des Spitals.

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Quelle: Redaktion / foj