WHO: Halb Europa könnte in zwei Monaten mit Omikron infiziert sein

11. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Omikron-Welle schwappt über Europa hinweg. Hält das aktuelle Infektionsgeschehen an, werde die Hälfte der Bevölkerung in Europa in den nächsten sechs bis acht Wochen mit der Omikron-Variante infiziert, warnt die WHO.

Die Omikron-Variante ist aktuell bereits in zahlreichen Ländern weltweit die dominante Coronavirus-Variante. Auch in Europa breitet sie sich aktuell von Westen nach Osten aus. Die Omikron-Variante sei aktuell in 50 von 53 Ländern in Europa und Zentralasien gemeldet worden, teilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit.

Der WHO-Direktor für Europa, Hans Kluge, sagt, dass sich sieben Millionen Menschen in Europa in der erste Jännerwoche infiziert hätten. Das ist doppelt so viel wie noch eine Woche zuvor.
Falls diese Entwicklung anhält, werde sich in den kommenden sechs bis acht Wochen wohl die Hälfte der Bevölkerung Europas mit Omikron infizieren, so eine Prognose des unabhängigen US-Forschungszentrums Institute for Health Metrics and Evaluation.

In einem Bericht des Instituts vom 8. Jänner heißt es wörtlich: "Unsere Modelle für die Europäische Region legen nahe, dass Mitte Jänner mit mehr als 12 Millionen Infektionen pro Tag ein Höchststand erreicht wird – wobei die nationalen Höchststände erheblich variieren werden, mit späteren Höchstständen in Zentralasien." Und weiter: "Wir rechnen damit, dass sich in den nächsten sechs bis acht Wochen mehr als 50 Prozent der EURO-Bevölkerung mit Omikron infizieren werden." Die Sterberate bleibe stabil und weiterhin in Ländern mit hohen Inzidenzen und niedrigen Impfzahlen am höchsten.

Die WHO-Region Europa reicht weit über die EU hinaus und umfasst 53 Länder. Die Organisation rechnet auch östliche Staaten wie Russland, die Ukraine und Länder in Zentralasien dazu.

EMA: Omikron "natürlicher Booster"?

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hält es für möglich, dass die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante zu einer endemischen Lage führen könne. Omikron könne wie ein "natürlicher Booster" wirken, sagte Marco Cavaleri, Leiter der EMA-Abteilung biologische Gesundheitsbedrohungen und Impfstrategien, am Dienstag auf einer Online-Pressekonferenz in Amsterdam. "Wenn viele Menschen eine starke Immunität haben, könnte das der Weg zur Endemie sein."

Eine Endemie ist eine in einer Gegend auftretende Krankheit, von der ein größerer Teil der Bevölkerung regelmäßig erfasst wird - wie etwa die Grippe. Das Immunsystem werde dann nicht mehr mit einem neuartigen Erreger konfrontiert, sondern sei durch frühere Infektion oder durch Impfung gewappnet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / hos