Weitere Asbestfunde im Burgenland und der Steiermark
In Winden und Breitenbrunn sind die beiden Bahnhöfe der ÖBB betroffen. Diese haben bereits veranlasst, den Schotter von den Bahnsteigen zu entfernen. In der Oststeiermark betreffen die Asbestfunde das Bankett in der Nähe zweier Geschäftslokale in Hartberg in der Bahnhofs- bzw. Weidenstraße und Streusplitt vom Hauptplatz in Neudau.
Mit der Steiermark sei neben dem Burgenland nun ein weiteres Bundesland von einer hohen Belastung betroffen, meinte Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster: "In der Oststeiermark finden sich teils reine Asbeststeine im Bankett neben dem Gehsteig und Rollsplitt direkt auf dem Hauptplatz. Dort gehen tagtäglich Menschen drüber - und tragen die Fasern auf ihren Schuhen dann womöglich in ihre Autos und in ihre Häuser."
Auch aus den zwei steirischen Steinbrüchen Preg und Lobming hat die Umweltschutzorganisation Proben entnommen. Mit unter 0,1 Prozent Asbestgehalt sei dort aber deutlich weniger Asbest festgestellt worden als in den burgenländischen Steinbrüchen. Die Proben liegen damit auch unter dem Grenzwert für die Definition von gefährlichem Abfall.
Dennoch forderte Greenpeace die Behörden dazu auf, die Steinbrüche großflächig zu überprüfen, die Ergebnisse zu veröffentlichen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen zu setzen. Von der burgenländischen und der steirischen Landesregierung will die Umweltschutzorganisation, dass der von ihr vorgelegte "Aktionsplan gegen Asbestgefahren" umgesetzt wird. "Als dringender erster Schritt muss asbesthaltiges Gesteinsmaterial, insbesondere freie Asbestbrocken und Rollsplitt, von sensiblen Zonen entfernt werden", betonte Schuster.
Grüne: "Können nicht mehr so tun, als ginge uns das nichts an"
Die steirischen Grünen forderten Landesrat Hannes Amesbauer (FPÖ) in einer Aussendung dazu auf, angesichts der Greenpeace-Analyse tätig zu werden. "Nach den positiven Proben in der Oststeiermark kann niemand mehr so tun, als ginge uns das nichts an", betonte der Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner. Das Asbest-Monitoring müsse rasch auf einen höheren Sicherheitsstandard gebracht werden. Sensible Bereiche sollten prioritär geprüft werden, meinte er.
Zusammenfassung
- Greenpeace hat in sechs Proben aus Winden, Breitenbrunn, Hartberg und Neudau einen Asbestgehalt von meist über 50 Prozent im Baumaterial festgestellt.
- Betroffen sind unter anderem die Bahnhöfe der ÖBB in Winden und Breitenbrunn sowie öffentliche Bereiche in Hartberg und Neudau, wo der Schotter bereits entfernt wird oder Menschen täglich mit Asbest in Kontakt kommen.
- Greenpeace und die steirischen Grünen fordern umfassende Überprüfungen, die Entfernung asbesthaltigen Materials aus sensiblen Zonen und einen höheren Sicherheitsstandard beim Asbest-Monitoring.
