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Wasserstand im Neusiedler See weiter niedrig

31. Jan. 2022 · Lesedauer 2 min

Der Wasserstand im Neusiedler See ist bisher auch im Winter niedrig geblieben. Am Montag lag er bei 115,24 Meter über Adria. Das Wasser stand damit nur fünf Zentimeter höher als 1965, als der See mit 115,19 Meter über Adria seinen historischen Tiefstwert für Ende Jänner erreichte. Die Gespräche für eine Zuleitung aus Ungarn laufen, hieß es aus dem Büro von Landesrat Heinrich Dorner (SPÖ). Zudem soll die Seemanagement GmbH "komplette und nachhaltige Lösungen" liefern.

Vom Höchstwert für Ende Jänner aus dem Jahr 2015 ist der Neusiedler See derzeit circa einen halben Meter entfernt, auf das langjährige Mittel fehlen 29 und auf das Vorjahr 23 Zentimeter. Sichtbar wurde das auch durch den Sturm am Wochenende, der das Wasser verblies und an manchen Stellen den schlammigen Grund zum Vorschein brachte. FPÖ-Landesparteisekretär Christian Riess etwa zeigte sich aufgrund der Bilder aus Rust alarmiert: "Es ist Zeit, die Rettung des Sees zu beschleunigen", betonte er.

Für die geplante Wasserzuleitung laufen permanent Gespräche mit Ungarn. Es gehe nicht um Einzelmaßnahmen gegen bestehende Probleme, sondern um eine neue Grundausrichtung, betonte Dorner am Montag gegenüber der APA. "In Zukunft wollen wir groß denken und komplette und nachhaltige Lösungen finden", sagte er. Dafür zuständig sei die neue, landeseigene Seemanagement GmbH, die sich mit der Bewirtschaftung des Schilfgürtels und der Entfernung des Schlamms aus den Seebuchten befassen soll. So sollen in den kommenden zehn Jahren rund eine Million Kubikmeter Nassschlamm aus dem See geholt werden.

Wichtig sei außerdem die Instandhaltung und Errichtung von Schilfkanälen, um einen Wasseraustausch zwischen der offenen Wasserfläche und dem Schilfgürtel zu gewährleisten, meinte Dorner. Im vergangenen Jahr seien erste Gespräche mit den Seegemeinden und den Esterhazy-Betrieben geführt worden. Heuer sollen die Details abgeklärt werden.

Quelle: Agenturen