Wälder in Österreich haben sich 2025 leicht erholt
Im vergangenen Frühjahr sei man aufgrund der Rekordtemperaturen noch pessimistisch gewesen: "Auch 2025 war eines der zehn wärmsten Jahre in der österreichischen Messgeschichte." Ein kühler Mai und ein regenreicher Juli hätten allerdings zur Erholung beigetragen. Zudem sind besonders verheerende Extremereignisse ausgeblieben.
Auch die befürchtete Vermehrung der Borkenkäfer hat sich den Bundesforsten zufolge in Grenzen gehalten. Eigentlich machen sich die Schädlinge bei hohen Temperaturen und Trockenheit besonders gerne in Wäldern breit. Der Käferbefall machte mit rund 300.000 Erntefestmetern zwar ein Drittel der Schadholzmenge aus, aber das sei weit unter bisherigen Höchstwerten in diesem Jahrzehnt - 2023 wurden noch 730.500 Erntefestmeter gezählt.
"Wir haben die Situation auch dank enormer Aufwendungen unsererseits gut im Griff", versicherte Schöppl. Von rund 16 Millionen Euro für Waldpflegemaßnahmen flossen 6,5 Millionen in die Käferbekämpfung. Neben einem Monitoring der Wälder seien Käferfallen besonders effizient, also geschnittene Bäume, die die Schädlinge anlocken.
Neben den Borkenkäfern waren Sturmschäden für ein weiteres Drittel des Schadholzes verantwortlich, Schneebrüche für rund 230.000 Erntefestmeter. Durch die Klimaveränderungen bleiben die Käfer allerdings ein Sorgenkind. "Wir haben heute in schwierigsten Lagen Borkenkäfer. Daher müssen wir teilweise auch mit Hubschraubern arbeiten." Werden befallene Bäume entdeckt, müssten diese jedenfalls schnellstmöglich abtransportiert werden.
Bundesforste will resiliente Wälder
Hat sich die Waldschadensbilanz 2024 laut Bundesforste noch auf 49 Millionen belaufen, mussten im Vorjahr nur noch 31 Millionen Euro für Maßnahmen wie Käferprävention, Infrastrukturschäden oder Schadholz-Lagerkosten ausgegeben werden. Außerdem habe der Bundesforst 2025 "alle waldbaulichen Ziele gut erreicht." Nun will man weiter in Waldpflege investieren.
Unter dem Schlagwort "Wald der Zukunft" soll ein langfristiger Umbau die österreichischen Forste klimaresilient machen. Das bedeute vor allem "weg von viel Fichte", erklärt Andreas Gruber, Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. Aktuell sinke der Fichten-Anteil um mehr als 1.000 Hektar jährlich. "Dort stehen dann andere Baumarten - Lärchen, Tannen, Eichen, Buchen, etc". Daneben soll die Jagd zur Verjüngung der Wälder beitragen. "Entscheidend ist nämlich, dass der Wildeinfluss auf einem Niveau ist, das unsere Ziele für den Wald der Zukunft auch realisieren lässt." Entsprechende Reviere werden dann an private Jäger und Partner vermarktet.
Zusammenfassung
- Der Schadholzanteil in Österreichs Wäldern ist 2025 laut Bundesforste auf 50 Prozent beziehungsweise 895.000 Erntefestmeter gesunken, während es 2024 noch 75 Prozent (1,5 Millionen) waren.
- Die Borkenkäfervermehrung blieb 2025 mit 300.000 Erntefestmetern deutlich unter den Höchstwerten der Vorjahre, was unter anderem auf gezielte Investitionen von 6,5 Millionen Euro in die Käferbekämpfung zurückgeführt wird.
- Die Bundesforste setzen weiterhin auf den Umbau zu klimaresilienten Wäldern, indem jährlich mehr als 1.000 Hektar Fichtenfläche durch andere Baumarten wie Lärche, Tanne, Eiche und Buche ersetzt werden.
