Von Laer: "Weltweit größter Ausbruch" der Flucht-Variante in Tirol

07. Mai 2021 · Lesedauer 2 min

Nach dem Skandal um HG Pharma wird die MedUni Innsbruck die Auswertung der Tests übernehmen. Im Newsroom Live spricht die Virologin Dorothee von Laer mit Thomas Mohr über diese PCR-Tests. Sie gibt aber auch einen Überblick über die Fluchtmutation in Tirol, die dort laut ihr den größten Ausbruch weltweit hatte.

Nach Ungereimtheiten bei labortechnischer Befundung von PCR-Tests durch die Firma HG Pharma und nachdem deren Chef bzw. Gründer Ralf Herwig schwer unter Beschuss geraten war, hat das Land Tirol die Zusammenarbeit mit Herwig beendet. Die Universität Innsbruck wird daher die Auswertung der PCR-Tests übernehmen.

Über die Arbeit der HG Pharma könne die Virologin Virologin Dorothee von Laer nichts Konkretes sagen. Im Newsroom Live sagt sie, dass die PCR-Tests von HG Pharma weitgehend in Ordnung sein dürften, zumindest was Corona-Infektionen – also positiv oder negativ – angeht. Was aktuell unklar sei, seien die Mutationsanalysen. Diese würden von der AGES überprüft, dazu könne sie nichts sagen, meint von Laer im Gespräch mit PULS 24 Anchor Thomas Mohr.

Britische Mutation in Tirol vorherrschend

Zur Corona-Lage in Tirol sagt die Virologin, dass die britische Mutation in Tirol "vorherrschend" sein. Wie groß der Anteil der Fluchtmutation sei, stehe "noch nicht ganz fest", sagt Von Laer. Dafür zuständig sein die AGES. Was man aber bislang in Bezug auf die "Tiroler Variante" – die Flucht-Mutante E484K der britischen Variante B.1.1.7 – klar sei, ist, dass es in Tirol sicherlich "der weltweit größte Ausbruch" der Variante sei.

Die Fluchtmutante hat sich wahrscheinlich durchgesetzt, weil im betroffenen Gebiet die erste Impfdosis bereits verabreicht war und somit die herkömmliche britische Variante ausgebremst wurde. Gleichzeitig war der Impfschutz ohne die zweite Dosis noch nicht stark genug um die Ausbreitung des Virus gänzlich zu unterbinden. Im Interview erklärt die Virologin, dass sie daher davon ausgehe, dass mit der zweiten Teilimpfung sich diese Fluchtmutation "rasch zurückbildet".

Studie gegen Fluchtmutation

Generell sei die zweite Impfung "entscheidend" für die Nachhaltigkeit der Immunisierung. Wobei "man wird langfristig auf die MRNA- Impfstoffe umsetzen müssen", sagt Von Laer im Interview. An der Universität Innsbruck plane man daher eine Studie, bei der "die AstraZeneca-Vorgeimpften mit Pfizer geboost werden", erklärt sie. Dabei soll ein besserer Schutz gegen Fluchtmutationen untersucht werden.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos