Virologe Nowotny sieht keine Alternative zu einem österreichweiten Lockdown

01. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

"Was soll man tun? Das, was man jetzt auf den Intensivstationen sieht, das waren die Neuinfektionen von vor eineinhalb oder zwei Wochen", so der Virologe.

Virologe Norbert Nowotny zeigt im PULS 24 Interview Verständnis für die vollen Einkaufsstraßen und Parks vor dem am Donnerstag beginnenden Oster-Lockdown im Osten. Es sei aus virologischer Sicht natürlich nicht gut, "aber es ist menschlich verständlich". Dennoch ist er froh, dass der Osten dem verlängerte Lockdown nun zugestimmt habe und "ich bin eigentlich zuversichtlich, dass die anderen Bundesländer" ebenfalls zustimmen werden. Denn: "Was soll man tun? Das, was man jetzt auf den Intensivstationen sieht, das waren die Neuinfektionen von vor eineinhalb oder zwei Wochen", so der Virologe.

Natürlich habe man eine gewisse Zeit verspielt und man müsse entsprechend vorher reagieren "und das ist auch für die anderen Bundesländer zutreffend. Zum Beispiel kam es in Vorarlberg durch die Öffnung zu einem sprunghaften Anstieg." Zudem brauche es laut Nowotny "die hohen Zahlen, die schlimmen Bilder aus den Intensivstationen, dass eine Akzeptanz in der Bevölkerung für das schwerwiegende Instrument eines Lockdowns da ist".

Sputnik

Bezüglich des Sputnik-Impfstoffes – Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) überlegt eine nationale Zulassung –, der noch nicht von der EMA freigegeben wird, sagt Nowotny: "Russland hat eine lange Tradition in der Produktion guter Impfstoffe. Der Sputnik-Impfstoff ist ein guter Impfstoff."

Es gehe dabei eher um eine Haftungsfrage bei einer nationalen Zulassung. Würde der Impfstoff beispielsweise zu großen Nebenwirkungen führen, "dann haftet entweder unser nationales Impfgremium oder der Staat Österreich". Die Leiterin des nationalen Impfgremiums, Ursula Wiedermann-Schmidt, äußerte sich am Dienstagabend übrigens eher skeptisch zu einer rein nationalen Zulassung.

Quelle: Redaktion / moe