Unruhen nach der Tötung des Anführers eines Drogenkartells
Der 59-jährige Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" kam am Sonntag infolge eines Militäreinsatzes zu seiner Festnahme im westlichen Bundesstaat Jalisco ums Leben. Daraufhin richteten Bandenmitglieder rund 250 Straßenblockaden in 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten ein. Auch Geschäfte wurden in Brand gesetzt. Zu Zwischenfällen kam es auch in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist.
Laut Verteidigungsminister Ricardo Trevilla hatte ein krimineller Anführer, der später getötet wurde, seinen Gefolgsleuten sogar 20.000 Pesos (rund 980 Euro) für jeden getöteten Soldaten angeboten.
Inzwischen wurde in den von der Gewalt betroffenen Gebieten die Sicherheit weitgehend wiederhergestellt, vereinzelt kam es jedoch noch zu Zwischenfällen.
In der bei Touristen beliebten Karibikregion der Halbinsel Yucatán wurden präventiv rund 10.000 Soldaten und Polizisten zur Bewachung eingesetzt. Dort befinden sich Urlaubsziele wie Cancún, Tulum und Isla Mujeres. "Die Sicherheit der Bevölkerung hat für uns oberste Priorität", sagte die Gouverneurin des Bundesstaats Quintana Roo, Mara Lezama. Alle Aktivitäten laufen ihren Angaben zufolge normal weiter, einschließlich Schulen, Krankenhäuser, Flughäfen, Straßen, Häfen und öffentlicher Einrichtungen.
"El Mencho" war der Chef des als extrem gewalttätig bekannten Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG).
Zusammenfassung
- Nach der Tötung des 59-jährigen Drogenbosses Nemesio Oseguera Cervantes alias "El Mencho" kam es in Mexiko zu massiven Unruhen mit mindestens 74 Toten, darunter 25 Mitglieder der Nationalgarde.
- Das Kartell Jalisco Nueva Generación richtete rund 250 Straßenblockaden in 20 von 32 Bundesstaaten ein, während das mexikanische Außenministerium keine Berichte über verletzte Ausländer bestätigte.
- In der Karibikregion Yucatán wurden vorsorglich etwa 10.000 Soldaten und Polizisten eingesetzt, laut Behörden laufen dort öffentliche Aktivitäten und der Tourismus weiterhin normal.
