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Ukraine: Unbemanntes Militärflugzeug russischer Produktion über Zagreb abgestürzt

11. März 2022 · Lesedauer 3 min

"Nach den uns vorliegenden Informationen handelt es sich um ein Flugzeug aus russischer Produktion", erklärte kroatische Ministerpräsident Andrej Plenkovic.

Über einem Park der kroatischen Hauptstadt Zagreb ist in der Nacht auf Freitag ein unbemanntes Militärflugzeug abgestürzt. Dies bestätigte der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenkovic am Freitag am Rande des EU-Gipfels in Versailles. Menschen wurden nach Polizeiangaben nicht verletzt. Geparkte Autos wurden beschädigt.

"Nach den uns vorliegenden Informationen handelt es sich um ein Flugzeug aus russischer Produktion", sagte Plenkovic vor kroatischen Journalisten. "Es ist uns nicht bekannt, ob es im Besitz der russischen oder der ukrainischen Armee war", fügte er hinzu. Das Fluggerät sei über Rumänien und Ungarn kommend in den kroatischen Luftraum eingedrungen. "Wir haben auch die ukrainische Seite kontaktiert, um zu erfahren, ob sie über Informationen darüber verfügt, wie das Flugzeug Zagreb erreicht hat", führte Plenkovic weiter aus.

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Fernaufklärungs-Drohne?

An der Absturzstelle im Zagreber Jarun-Park hinterließ das abgestürzte Flugobjekt nach Medienberichten einen Krater von drei Metern Breite und einem Meter Tiefe. Das Portal "index.hr" zitierte den ehemaligen Chef des Zivilschutzes der Stadt Zagreb, Pavle Kalinic, der meinte, dass es sich bei dem Objekt um eine Fernaufklärungs-Drohne vom sowjetischen Typ Tupolew M-141 gehandelt haben könnte. Dieses Fluggerät hat eine Reichweite von 1000 Kilometern. Zum Vergleich: Die Luftlinie zwischen Kiew und Zagreb beträgt knapp 1.200 Kilometer.

Kroatien ist seit 2009 NATO-Mitglied. Ende Jänner erklärte Präsident Zoran Milanovic, dass er sein Land aus der Ukraine-Krise heraushalten wolle. "Wir haben damit nichts zu tun und werden auch nichts damit zu tun haben", sagte Milanovic damals am Rande des Besuchs einer Zagreber Fabrik. "Nicht nur, dass wir keinen Soldaten entsenden werden; wenn es zu einer Eskalation kommt, werden wir unsere Truppen bis zum letzten Soldaten zurückziehen", sagte der Präsident in seiner Kapazität des Oberbefehlshabers der kroatischen Streitkräfte.

Ende Februar schloss sich Kroatien allerdings jenen Ländern an, die nach der russischen Invasion die Ukraine mit Militärausrüstung unterstützen. Die Regierung in Zagreb beschloss am Montag, Schutzausrüstung und Infanterie-Waffen im Wert von 124 Mio. Kuna (16,4 Mio. Euro) in die Ukraine zu schicken, berichteten kroatische Medien. Regierungschef Andrej Plenkovic erklärte damals, dass der einzig richtige Weg sei, sich an die Seite der Ukraine zu stellen. "Kroatien kann der Aggression gegen die Ukraine nicht tatenlos zusehen, denn das würde bedeuten, vor dem gröbsten Angriff auf das Völkerrecht zu kapitulieren", sagte Plenkovic.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe