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Türkei stellt Haftbefehle gegen Integrationsexperten Güngör aus

11. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Gegen den Soziologen Kenan Güngör sollen türkische Behörden zwei Haftbefehle veranlasst haben. Auf seinen Social-Media-Kanälen machte er diese nun publik.

Der deutsche Soziologe und Politikberater Kenan Güngör hat am Dienstag über seine Facebook-Seite sowie am Mittwoch auf seinem Twitter-Profil bekanntgemacht, dass die türkischen Behörden zwei Haftbefehle gegen ihn veranlasst hätten. Güngör kann somit nicht mehr in die Türkei einreisen. 

"Es war nur einer Frage der Zeit, dass ich wegen dem, was ich zu den hegemonialen, antidemokratischen Entwicklungen in der Türkei und des Erdoganregimes sage und schreibe, mit zwei Haftbefehlen 'geadelt' wurde.", schreibt Güngör auf Facebook.

Auf Twitter erklärt der Wissenschaftler weiters, dass die Haftbefehle als geheim eingestuft wurden "damit man nicht mal die vermeintlichen Straftatbestände lesen kann". Für Güngör zeigt sich damit, dass in der Türkei "die Schuld- nicht die Unschuldsvermutung" gelte. "Du musst deine Unschuld beweisen, was dir nicht gelingen kann, weil du nicht in die Anklage einsehen kannst…", so Güngör.

Der Soziologe sieht sich allerdings selbst nicht als "Opfer dieses Unrechtsregimes". Für ihn ist es "der Preis, den man/frau bereit ist, für seine Überzeugung zu zahlen". Der kurdischstämmige Güngör, der seit 2007 in Österreich tätig ist und unter anderem schon für die österreichische Bundesregierung tätig war, gilt als lautstarker Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Güngör schreibt abschließend, dass er weiter sein Wort erheben möchte "denn erst das Schweigen oder der Kniefall gegenüber dem Unrecht würde uns zu wahren Opfern machen…".

Quelle: Agenturen / Redaktion / foj