Tram-Fahrer in Mailand soll vor Crash am Handy gewesen sein
Die Straßenbahn war wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele im Zentrum der 1,3-Millionen-Einwohner-Stadt am 27. Februar gegen ein Gebäude geprallt. Eigentlich hätte sie an einer Kreuzung geradeaus fahren sollen, bog jedoch mit hoher Geschwindigkeit nach links ab und entgleiste. Zwei Männer im Alter von 49 und 59 Jahren kamen ums Leben. Der Fahrer wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Unmittelbar danach wurde bereits spekuliert, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Vor dem Unglück hatte er eine Haltestelle missachtet. Nun berichten die Zeitung "Corriere della Sera" und andere Blätter, dass der Fahrer telefoniert habe. Demnach war er zumindest zwölf Sekunden vor dem Unglück noch am Handy, möglicherweise auch noch länger.
Die Anwälte des Mannes hatten zuvor schon bestätigt, dass ihr Mandant während der Fahrt am Telefon war - allerdings habe er das letzte Gespräch eineinhalb Minuten vor dem Unglück beendet. Die Ermittler kamen nun jedoch zu einem anderen Ergebnis. Genauen Aufschluss erhoffen sie sich von einem Abgleich der Verbindungsdaten mit den Aufzeichnungen der Verkehrsbetriebe.
Zusammenfassung
- Nach einem schweren Straßenbahnunfall am 27. Februar in Mailand mit zwei Toten und mehr als 50 Verletzten steht der 61-jährige Fahrer im Verdacht, kurz vor dem Crash am Handy gewesen zu sein.
- Ermittler berichten, dass der Fahrer mindestens zwölf Sekunden vor dem Unfall noch telefonierte, während seine Anwälte angeben, das Gespräch sei bereits eineinhalb Minuten zuvor beendet worden.
- Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung, während weitere Aufklärung durch den Abgleich von Verbindungsdaten und Verkehrsbetriebsaufzeichnungen erwartet wird.
