APA - Austria Presse Agentur

Studie: Ein Drittel nach Corona-Infektion mit psychischen Problemen

07. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Angstzustände, Stimmungsstörungen aber auch Schlaganfälle. Einer von drei Corona-Patienten leidet laut einer aktuellen Studie anschließend an psychischen oder neurologischen Symptomen.

Laut einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift "Lancet Psychiatry" veröffentlicht wurde, litten 34 Prozent der Menschen nach einer Covid-19-Erkrankung an psychologische oder neurologische Erkrankungen. Mit 17 Prozent waren Angstzustände die häufigste Diagnose gefolgt von Stimmungsstörungen bei 14 Prozent der Patienten.

Stärker betroffen waren stationär behandelte Patienten, stellten die Forscher fest. "Diese Rate stieg progressiv mit dem Schweregrad der Covid-19-Erkrankung an. Wenn wir die Patienten betrachten, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, stieg diese Rate auf 39 Prozent", sagte Co-Autor der Studie Maxime Taquet von der Universität Oxford.

Vergleich mit anderen Erkrankungen

Die Forscher analysierten für die Studie die elektronischen Gesundheitsakten von mehr als 236.000 Covid-19-Patienten – hauptsächlich in den USA. Dabei verglichen sie die Aufzeichnungen mit denen von Patienten, die im gleichen Zeitraum an einer Grippe oder anderen Atemwegsinfektion litten. Demnach haben Corona-Patienten ein um 44 Prozent höhere Risiko für neurologische oder psychologische Erkrankungen, als Menschen, die sich von einer Grippe erholten. Beim Vergleich mit anderen Atemwegsinfektionen hatten Corona-Patienten ein um 16 Prozent höheres Risiko. "Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Hirnerkrankungen und psychische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten, als nach einer Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen", fügte Taquet hinzu.

Doch nicht nur psychische Krankheiten wurden diagnostiziert, etwa einer von 50 Corona-Patienten erlitt einen Schlaganfall. Entwarnung gibt es hingegen für Parkinson und das Guillain-Barré-Syndrom – die manchmal mit einer Virusinfektion verbunden sind. Dahingehend fand sich keine Auffälligkeit.

Unterschied durch erhöhte Aufmerksamkeit?

Die Forscher betonten bei der Pressekonferenz aber auch, dass einige Unterschiede auch durch eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der Nachsorge von Corona-Patienten entstanden sein könnten, die bei Patienten von anderen Krankheiten schlicht fehlt. Ebenfalls betonen sie, dass für die Studie "Routinedaten aus der Gesundheitsversorgung" verwendet wurden. Das könne bedeuten, dass Diagnosen fehlen, die Patienten nicht vollständig untersucht wurden oder dass sie falsch sind.

Quelle: Redaktion / moe