Stadt Wien gegen "Parkplatzabzocke" bei Ottakringer Verein
Der Anwalt drohte laut Berichten in mehreren Medien einem Mann, der seinen Sohn zu einem Nachwuchsmatch gebracht hatte und ihn auf dem Gelände aussteigen ließ, mit einer Unterlassungsklage. Der früheren Praktik, Briefe mit der Androhung von Besitzstörungsklagen zu verschicken, hat der Gesetzgeber ja mit Jahresbeginn das Ende gesetzt. Daher sah der Jurist nun die Möglichkeit der Unterlassungsklage. Gefordert wurden, wie vor der Gesetzesänderung, mehrere hundert Euro, wenn man sich ein Strafverfahren ersparen wolle, das noch weit mehr ins Geld gehe.
Laut dem zuständigen Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wird das Tor zur Einfahrt der Sportanlage verschlossen. "Eltern, die ihre Kinder zu Trainingseinheiten und Spielen bringen, können zum Ein- und Aussteigen kurz vor dem Einfahrtstor halten", hieß es am Mittwoch in einer Aussendung. Für einen längeren Aufenthalt auf der Sportanlage biete sich eine öffentliche Anfahrt über den Schnell- und U-Bahnhof Ottakring an. Gemeinsam mit dem SV Dinamo Helfort habe man zudem eine Lösung erwirkt: "Alle Verfahren werden mit sofortiger Wirkung eingestellt bzw. rückabgewickelt", hieß es.
Zusammenfassung
- Die Stadt Wien hat einen Versuch zur 'Parkplatzabzocke' beim SV Dinamo Helfort gestoppt, nachdem ein Anwalt Eltern mit Unterlassungsklagen und Geldforderungen von mehreren hundert Euro bedroht hatte.
- Seit Jahresbeginn sind Besitzstörungsklagen gesetzlich untersagt, doch der Anwalt versuchte weiterhin, Parker mit neuen juristischen Mitteln zur Kassa zu bitten.
- Als Reaktion verschließt die Stadt das Einfahrtstor zur Sportanlage, erlaubt kurzes Aussteigen vor dem Tor und stellt alle laufenden Verfahren mit sofortiger Wirkung ein.
