St. Wolfgang: Bisher 57 Infizierte - Hotels weiter offen

27. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

Die Zahl der Infizierten steigt in St. Wolfgang - Hotelschließungen oder eine Quarantäne seien "zum aktuellen Zeitpunkt nicht notwendig".

Der Coronavirus-Cluster im Tourismusort St. Wolfgang im oberösterreichischen Salzkammergut ist auf 57 Infizierte gewachsen. Damit stieg die Zahl der positiv getesteten Personen am Montag um vier.

323 Testauswertungen sind noch offen, wie LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) mitteilte. 16 Betriebe sind aktuell betroffen. Ob es sich bei den vier neu hinzugekommenen Fällen um Gäste oder Mitarbeiter handelt, war vorerst nicht bekannt. Haberlander verteidigt gegenüber PULS 24 das bisherige Vorgehen der Behörden. "Wir haben rasch und sicher gehandelt", sagt sie. 

Keine Hotelschließungen

Ab Montag gilt in St. Wolfgang eine Verordnung für verkehrsbeschränkende Maßnahmen. Z.B. müssen Gäste vor der Abreise angeben, woher sie kommen und wohin sie reisen.

"Zum aktuellen Zeitpunkt nicht notwendig" sind laut Haberlander hingegen Hotelschließungen oder eine Quarantäne. Man habe zwar eine Schließung von Nachtlokalen überlegt, aber die beiden, die es im Ort gibt, hätten ohnehin freiwillig geschlossen, sagt die Landeshauptmann-Stellvertreterin.

Infektionskette durchbrochen?

Der Bürgermeister und der Tourismusdirektor von St. Wolfgang, Franz Eisl und Hans Wieser, sind am Sonntagabend in einer Presseaussendung davon ausgegangen, mit der "raschen und konsequenten Reaktion" auf die ersten Coronavirus-Infektionen im Ort erfolgreich gewesen zu sein. Zu diesem Zeitpunkt standen die Ergebnisse von rund 140 Tests vom Samstag und rund 420 Tests vom Sonntag allerdings noch aus.

Beide freuten sich aber über den jüngsten Rückgang bei der Steigerung der Infektionszahlen. Mit großflächigen Testungen habe man die infizierten Personen schnell gefunden und die Infektionskette durchtrennt. Die Testreihe in St. Wolfgang sei einer der umfangreichsten gewesen, die bisher in einem räumlich so eng begrenzten Gebiet durchgeführt wurden.

Man habe dazu die Verdachts-Tests durch die oberösterreichischen Gesundheitsbehörden mit den freiwilligen Tests des Tourismusministeriums kombiniert. "Das erklärte Ziel ist es, alle Betriebe in St. Wolfgang über den Sommer regelmäßig durchzutesten, um so eine optimale Sicherheitslage zu gewährleisten", teilten Eisl und Wieser mit.

Hotline

Darüber hinaus sei am Sonntag beschlossen worden, alle Gäste aus den betroffenen Betrieben noch einmal zu kontaktieren, die seit dem 15. Juli in St. Wolfgang zu Gast waren. In der Tourismusinformation wurde zudem eine Hotline für Gäste eingerichtet (06138/8003). Sie steht auch jenen Anrufern zur Verfügung, die einen Aufenthalt in St. Wolfgang geplant haben.

Sowohl der Bürgermeister wie der Tourismusdirektor verteidigten in ihrem Schreiben auch die infizierten Praktikantinnen und Praktikanten. Die zum überwiegenden Teil sehr jungen Menschen seien hier unverschuldet und völlig überraschend in eine sehr unangenehme Situation gekommen.

Medien

Wenig überraschend kam es auch zu Stornierungen, berichtet Wieser. "Nachdem Medien in Deutschland das Thema aufgegriffen haben, verzeichnen wir seit heute eine höhere Zahl an Absagen und Stornos."

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe