Spitäler überlastet: Mediziner beklagt "Fake-News" und "Maulkörbe" für Personal

26. März 2021 · Lesedauer 2 min

Mediziner Walter Hasibeder kann die offiziellen Zahlen von nur 50 Prozent Auslastung an Intensivstationen nicht nachvollziehen. Er beklagt "Fake-News" und "Maulkörbe" für Intensivmediziner.

Der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), Walter Hasibeder, sagte im PULS 24 Interview, die offizielle Angabe von einer österreichweiten Auslastung an Intensivstationen von knapp 49 Prozent sei ihm unbegreiflich. Im Normalbetrieb habe man "im besten Fall bereits eine Auslastung von 70 Prozent", sagte Hasibeder.

Berichte aus zahlreiche Intensivstationen aus mehreren Bundesländern würden dies auch bestätigen. Dass offiziell weiterhin von nur knapp 50 Prozent belegten Betten die Rede sei, sei für ihn nicht nachvollziehbar. Seine Hoffnung sei, dass sich auch weiterhin Ärzte und Mitarbeiter an Intensivstationen an die Medien wenden und auf die prekären Zustände aufmerksam machen.

"Momentan bekommt man - ich kann es nur sagen - Fake-News von verschiedenen Stellen", so Hasibeder. Er stellt zudem den Vorwurf in den Raum, Personal auf Intensivstationen sei "zum Teil durch Maulkörbe mundtot gemacht im Moment". Bis es zu einer größeren Durchimpfungsrate in Österreich komme, siehe Hasibeder die Einhaltung der Maßnahmen als notwendig an. Aus der Pandemie könne man das Wissen mitnehmen, wie man in Zukunft ähnliche Ereignisse abfedern könne. Darüber solle man laut Hasibeder bereits jetzt schon reden.

Quelle: Redaktion / hos