Sexuelle Übergriffe: Worauf Eltern achten müssen

07. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Robert Steiner, Sexualpädagoge von der Fachstelle Selbstbewusst, spricht mit PULS 24 über Früherkennung von Missbrauchsfällen bei Kindern. Er erklärt, dass es nicht "das typische Symptom" gäbe, um Missbrauch zu erkennen.

Sexualpädagoge Robert Steiner möchte im Fall um Missbrauch in einem Wiener Kindergarten die Eltern davon "freisprechen", dass "sie etwas falsch gemacht" hätten. Man könne als Erwachsene und Eltern nur dann eingreifen und unterstützen tätig werden, wenn sich die Kinder anvertrauen.

Vertrauensverhältnisse 

Damit man ein Vertrauensverhältnis mit dem eigenen Kind hat, in welchem die Kinder auch "Geheimnisse verraten", müsse man zeigen, dass "man über alles reden kann", was das Kind beschäftigt. "Sehr viele Eltern machen hier bereits das Richtige", so der Sexualpädagoge. Man müsse auch über unangenehme Themen wie Todesfälle oder Kriege sprechen sowie den Kindern "vermitteln", dass "nicht sie, sondern die Erwachsenen Schuld hätten". Dies würde es potentiellen Tätern erschweren, Kindern im Missbrauchsfall Angst wegen möglicher Konsequenzen zu machen.

Arbeiten mit Emotionen 

Man müsse mit Kindern auch an Grenzen arbeiten und "auf die Grenzen der Kinder hören". Steiner meint damit, dass man Emotionen nicht kleinreden sollte und die Emotionen auch an- bzw. besprechen.

Kinder haben laut dem Sexualpädagogen "ein komisches Gefühl", wenn es zu einem Übergriff gekommen ist, welches "schwer zugeordnet werden kann". Wenn ein Kind sich seiner Gefühle bewusst sei und auch ein Vertrauensverhältnis zu bestimmten Erwachsenen besteht, "ist es leichter" mit dem Kind "in Kontakt zu kommen", so Steiner.

Verhaltensänderung 

Generell sollte man auf "Verhaltensveränderungen" achten. Es gäbe "natürlich" nicht bei jeder Veränderung einen Hintergrund auf Missbrauch – auch ganz alltägliche Probleme können zu geänderten Verhalten führen.

"Das ist bereits die Schwierigkeit: Es gibt nicht das typische Symptom, dass ein Kind missbraucht worden ist oder nicht", erklärt der Sexualpädagoge.

Quelle: Redaktion / foj