Seit 65 Jahren Verkehrsunfallstatistik mit 87.300 Toten
Die positive Entwicklung bei der Zahl der Verkehrstoten führt der ÖAMTC vor allem auf technische Fortschritte wie Scheibenbremsen, Knautschzonen, Drei-Punkt-Gurte, Airbags, ABS, ESP und strengere Crashtest-Vorgaben zurück. Bei der Verkehrssicherheit wurde beispielsweise im Jahr 1973 Tempo 100 auf Bundesstraßen und im Folgejahr die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen erlassen. Seit 1976 gibt es eine Gurtpflicht, gestraft wird seit dem Jahr 1984. 1985 kam die Helmpflicht fürs Motorrad und Moped, 1994 die Kindersitzpflicht.
Das Jahr 1972 markierte mit 2.948 Verkehrstoten den traurigen Höchstwert. Im Jahr 2025 waren es nur noch 397 tödlich verunglückte Personen, was einem Rückgang von 87 Prozent entspricht. Im selben Zeitraum hat sich der Fahrzeug-Bestand verdreifacht: von 2,5 Millionen Fahrzeugen 1972 auf 7,5 Millionen Ende 2025. "Leider ist die Zahl der Unfälle und Verletzten nicht im gleichen Ausmaß gesunken", relativierte ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé in einer Aussendung am Donnerstag.
2024 wurden 37.117 Unfälle und 45.995 Verletzte gezählt - das sind Rückgänge von 30 bzw. 36 Prozent gegenüber dem Höchstwert 1972. Nosé betont, dass die zukünftige Verkehrssicherheitsarbeit verstärkt auf die Reduktion von Schwer- und Schwerstverletzten abzielen müsse. Wichtige Beiträge zur Erhöhung der Sicherheit sieht Nosé in einem fehlerverzeihenden Straßenraum, gut ausgebildeten und sicherheitsbewussten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie einer raschen Marktdurchdringung von Fahrassistenzsystemen.
Besondere Aufmerksamkeit fordert der ÖAMTC für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende sowie Nutzerinnen und Nutzer von E-Bikes und E-Tretrollern. Die steigenden Unfall- und Getötetenzahlen in diesen Gruppen erfordern spezielle Maßnahmen. Nosé sprach sich für eine allgemeine Helmpflicht für E-Bikende ohne Strafandrohung sowie eine Helmpflicht für E-Scooterfahrende mit Strafandrohung aus. Ziel sei es, möglichst viele Menschen zum Helmtragen zu motivieren, um die Unfallschwere zu minimieren.
Zusammenfassung
- Seit 1961 gab es in Österreich 2,7 Millionen Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen 3,6 Millionen Menschen verletzt und 87.308 tödlich verunglückt sind.
- Die Zahl der Verkehrstoten ist seit dem Höchstwert 1972 (2.948 Tote) bis 2025 auf 397 gesunken, obwohl sich der Fahrzeugbestand im selben Zeitraum von 2,5 auf 7,5 Millionen verdreifacht hat.
- Der ÖAMTC fordert verstärkte Maßnahmen für schwächere Verkehrsteilnehmer und spricht sich für eine allgemeine Helmpflicht für E-Bikende sowie eine strafbewehrte Helmpflicht für E-Scooterfahrende aus.
