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"Schande von Lampedusa": Überfülltes und vermülltes Camp wird evakuiert

09. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Am Freitag waren im Flüchtlingscamp auf Lampedusa 1.800 Menschen - ausgelegt ist es für rund 350. Das Lager soll nicht nur extrem überfüllt, sondern auch zugemüllt sein - und soll deshalb übers Wochenende evakuiert werden.

Die Zustände auf Lampedusa haben in Italien die Debatte um den Umgang mit Migranten aus dem Mittelmeer erneut angestachelt. 

Am Samstag schickte das Innenministerium ein Marineschiff, um 600 Personen von der Insel zu holen. Am Sonntag sollen weitere Migranten von dem Hotspot auf andere Camps in Süditalien verteilt werden. Vorrang bei der Evakuierung haben laut Ministerium vulnerable Menschen. Bürgermeister Filippo Mannino sagte laut Nachrichtenagentur Ansa, dass das Auffanglager bis Montag komplett evakuiert werden sollte.

Bürgermeisterin postete Bilder über unmenschliche Zustände

Am Freitag hatte die Ex-Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini, auf Facebook aktuelle Bilder und ein Video von dem Camp veröffentlicht. Darauf sind Menschen zu sehen, die auf alten Schaumstoffmatratzen zum Teil im Freien liegen, völlig überfüllte Mülleimer und bergeweise Abfall in den Gängen. Unter den Leuten seien schwangere Frauen und Kinder. "Die Bilder könnten aus Libyen sein. Aber nein, das ist Italien", schrieb die Politikerin.

"Schande auf Lampedusa"

Flavio Di Giacomo vom Mittelmeer-Büro der UN-Organisation für Migration (IOM) schrieb am Samstag bei Twitter von einer "Schande auf Lampedusa". Rechte Politiker wie Lega-Chef Matteo Salvini und Giorgia Meloni von den Fratelli d'Italia werfen der Linken und - der parteilosen - Innenministerin Luciana Lamorgese Versagen vor.

Das Innenministerium in Rom registrierte bis zum Wochenende mehr als 30.000 Menschen, die in diesem Jahr mit Booten an italienischen Küsten - darunter auch Lampedusa - angekommen sind. Die Menschen wagen die oft gefährliche Überfahrt von Nordafrika aus, weil sie sich in der EU ein besseres Leben erhoffen. Viele werden von zivilen Rettungsschiffen aufgenommen, oft kommt es zu tödlichen Unfällen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam