Salzburg: Kuchl unter Quarantäne - Verbot privater Feiern

15. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Die Gemeinde Kuchl im Salzburger Bezirk Tennengau wird unter Quarantäne gestellt. Private Feiern werden im ganzen Bundesland verboten. Das kündigte der Landeshauptmann Haslauer am Donnerstag an.

Salzburg ergreift aufgrund der steigenden Corona-Zahlen verschärfte Corona-Maßnahmen. Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) verkündete die Maßnahmen am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Die Maßnahmen gelten ab kommende Samstag, dem 17. Oktober, 0.00 Uhr bis vorerst 1. November, 24.00 Uhr.

Die Gemeinde Kuchl im Tennengau (Bezirk Hallein) wird unter Quarantäne gestellt. Die Aus- und Einreise ist verboten. Die Maßnahme wird polizeilich überwacht. Die Gastronomie wird komplett geschlossen. Ausgangsbeschränkungen treten ebenfalls in Kraft. Handels- und Dienstleistungsgeschäfte bleiben für Gemeindebürger offen. 

Wie schon bei den Isolierungsmaßnahmen im Frühjahr werden Warenzu- und -ablieferungen nach Kuchl weiterhin möglich sein, auch die Ein- und Ausreise von medizinischem und systemkritischem Personal bleibt erlaubt.

APA - Austria Presse Agentur

Verbot privater Feiern

Das erst am Dienstag in Kraft getretene Verbot privater Feiern und Zusammenkünfte außerhalb der eigenen vier Wände wird vom Bezirk auf das ganze Bundesland ausgedehnt. Zudem gilt in ganz Salzburg ein Veranstaltungsverbot, wenn es keine zugewiesenen Sitzplätze gibt - egal ob Indoor oder Outdoor. Die Verabreichung von Speisen und Getränken wird ebenfalls verboten. Begräbnisse dürfen maximal 100 Personen besuchen. Die Gastronomie wird gesperrt – außer es wird eine Gästeregistrierung durchgeführt.

Im Tennengau, Flachgau, Pongau und in der Stadt Salzburg werden alle Schüler ab der 9. Schulstufe auf Home Schooling umgestellt. Das sieht laut Haslauer die Bildungsampel so vor, die heute auf Orange gestellt werden wird. Auch die beiden Fachhochschulen in Kuchl und Puch stellen auf "Distance Learning" um. 

Bürgermeister zu Quarantäne in Kuchl: "Wir konnten uns nicht darauf vorbereiten"

Haslauer sagte, die Entscheidung sei keine leichte gewesen. Die Entwicklung sei jedoch so "dramatisch", dass die Maßnahmen notwendig seien. Nur so könne ein weiterer Lockdown vermeiden werden. In knapp zwei Wochen wird das Land an die "Grenze der Versorgbarkeit" im Gesundheitssystem angelangen, wenn man die Entwicklung nicht bremse, warnte Haslauer.

Corona-Ampel: Tennengau wird rot

Der Region Tennengau (Bezirk Hallein) in Salzburg wird in der Corona-Ampel auf rot geschalten. Das kündigte Haslauer an. Die Region ist besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen.

Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 352,8 Fällen je 100.000 Einwohner (Stand: Mittwoch, 14.00 Uhr) nimmt die Region österreichweit mit deutlichem Abstand die unrühmliche Spitzenposition ein. 

Die Bezirke Pongau und Flachgau (Salzburg-Umgebung) werden auf orange geschalten. Die Stadt Salzburg leuchtet weiterhin gelb.

Bevölkerung nicht kooperationsbereit 

Die Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz beklagte die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung. Diese handle unverantwortlich. Die Zahlen würden den Verdacht nahe legen, dass viele infizierte Personen sich nicht testen lassen, um nicht in Quarantäne gehen zu müssen. Dies sei ein massives Problem, sagte Juhasz.

Quelle: Redaktion / apb