APA - Austria Presse Agentur

Russland hinter den USA nun mit meisten Corona-Infizierten

12. Mai 2020 · Lesedauer 4 min

Der rasante Anstieg an Coronavirus-Infektionen in Russland hat das flächenmäßig größte Land der Erde bei der Infiziertenzahl auf Platz zwei gebracht. Die Zahl neuer Fälle in 24 Stunden war erneut fünfstellig, insgesamt sind es über 232.200. Davor lagen die USA mit rund 1,35 Millionen Infektionen. Am Dienstag traten in Russland zudem Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft.

Der rasante Anstieg an Coronavirus-Infektionen in Russland hat das flächenmäßig größte Land der Erde bei der Infiziertenzahl auf Platz zwei gebracht. Die Zahl neuer Fälle in 24 Stunden war erneut fünfstellig, insgesamt sind es über 232.200. Davor lagen die USA mit rund 1,35 Millionen Infektionen. Am Dienstag traten in Russland zudem Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft.

Am Dienstag kam in Russland erneut eine fünfstellige Anzahl an infizierten Personen dazu, nach Angaben russischer Behörden waren es fast 10.900. 43.500 Menschen galten demnach als genesen. Die Behörden erklären den starken Anstieg damit, dass deutlich mehr Menschen auf das Virus getestet werden als zu Beginn der Pandemie. Es wird aber mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.

Präsident Wladimir Putin hatte am Montag die landesweite arbeitsfreie Zeit als Maßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Virus für beendet erklärt. An diesem Dienstag durfte etwa in Moskau wieder auf Baustellen und in Industriebetrieben gearbeitet werden. Über weitere Lockerungen entscheiden die Gouverneure in den Regionen nun selbst.

In der Hauptstadt gilt seit Dienstag auch eine Schutzmasken- und Handschuhpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Supermärkten. Menschen über 65 Jahre und mit chronischen Erkrankungen müssen weiter zu Hause bleiben. Auch Großveranstaltungen sind verboten. In Russland starben offiziell bisher 2.116 Menschen nach einer Infektion.

In den Vereinigten Staaten gab es den zweiten Tag in Folge weniger als 900 neue Todesopfer, deutlich weniger als noch vor kurzer Zeit. In den USA sind bisher mehr als 80.000 an oder mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Passend zur Entwicklung wurde ein Behelfskrankenhaus im New Yorker Central Park wieder abgebaut. In Los Angeles sollen am Mittwoch die Strände für sportliche Aktivitäten wieder zugänglich sein. Abstand halten und das Tragen von Schutzmasken außerhalb des Wassers bleiben aber vorgeschrieben.

Bei den Infektionszahlen liegt Spanien mit etwa 228.000 Fällen nun nach den USA und Russland an dritter Stelle. Dort soll ab Freitag für alle aus dem Ausland Einreisenden eine 14-tägige Quarantäne gelten. Die Regelung soll bis zum Endes des Ausnahmezustands am 24. Mai in Kraft sein.

Punkto Lockerungen ist Italien schon einen Schritt weiter als Spanien. Rom gab grünes Licht für das Aufsperren ab kommenden Montag von Shops, Cafes, Restaurants und Bars. Die Entscheidung, ob Kleinhandel, Gastronomie, Tourismus, Friseure und Schönheitssalons ab 18. Mai die Arbeit wieder aufnehmen dürfen, obliegt den einzelnen Regionen. Sollte die Infektionskurve wieder steigen, kann die Regierung einschreiten und weitere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

In Italien wurden für ein 24-Stunden-Fenster am Dienstag 172 Coronavirus-Todesopfer gemeldet. Das sind sieben weniger als am Vortag. Die Zahl der Gestorbenen stieg seit Beginn der Pandemie in Italien am 20. Februar auf insgesamt 30.911, jene der aktiv Infizierten fiel in 24 Stunden von 82.488 auf 81.266, teilte der italienische Zivilschutz mit. 12.865 Covid-19-Erkrankte lagen noch in Italiens Spitälern. Die Zahl der Kranken auf den Intensivstationen sank auf 952. In Heimisolation waren noch 67.449 Personen. Die Zahl der Genesenen stieg auf 109.039.

Frankreich flog indes mehr als 150 Europäer, die wegen der Pandemie in Zentralamerika festgesessen waren, aus Panama und Honduras in Richtung Paris aus. Wie der französische Botschafter in Panama, Brice Roquefeuil, am Montag mitteilte, waren unter den Passagieren neben 57 Franzosen auch 18 Deutsche. Ferner waren Italiener, Niederländer, Spanier sowie Bürger mehrerer anderer europäischer Länder an Bord. Ob auch Österreicher unter den Passagieren waren, war vorerst noch unklar.

In Großbritannien sind nach neuesten Zahlen mehr als 40.000 Menschen nach einer Coronavirus-Infektion gestorben. Darin enthalten sind auch Angaben der Nationalen Statistikbehörde ONS (Office of National Statistics). Etwa jeder vierte Todesfall wurde aus einem Pflegeheim gemeldet. Großbritannien ist damit das Land mit den meisten Corona-Opfern in Europa.

Premierminister Boris Johnson hatte am Montag im Parlament ein mehr als 50-seitiges Regierungsdokument mit weiteren Maßnahmen in England in der Coronakrise vorgestellt. Dabei ging es vor allem um Lockerungen der strikten Kontaktbeschränkungen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland kündigten an, ihren eigenen, strikteren Weg zu gehen. Kritik an den Lockerungen wies Gesundheitsminister Matt Hancock am Dienstag zurück: "Wir machen einige Baby-Schritte .... aber das sehr, sehr vorsichtig", sagte Hancock dem Nachrichtensender Sky News.

Quelle: Agenturen