Raben nutzen räumliches Gedächtnis statt Wölfe zu stalken
"Wenn ein Wolfsrudel seine Beute erlegt, sind oft Raben als Erste zur Stelle", so Loretto in einer Aussendung: "Noch bevor die Beutegreifer Zeit haben zu fressen, warten die Vögel bereits darauf, von den Fleischresten zu profitieren." Bisher glaubte man, dass sie den Wölfen dafür ständig hinterherfliegen. Der Wiener Forscher hat mit Kollegen im Yellowstone Nationalpark (USA) 69 Kolkraben (Corvus corax) winzige Satellitenortungs- bzw. GPS-Sender umgehängt. Damit erfasste er ihre Aufenthaltsorte und Wege zweieinhalb Jahre lang, genauso wie jene von 20 Grauwölfen (Canis lupus) mittels GPS-Halsbändern.
Nur in einem einzigen Fall bewegten sich ein Rabe und ein Wolf mehr als einen Kilometer weit und über eine Stunde lang in dieselbe Richtung, berichten die Forscherinnen und Forscher. Bei der detaillierten Analyse der Bewegungsmuster habe sich herausgestellt, dass die Vögel eine andere, "weitaus interessantere Strategie verfolgen", wie sie schrieben: "Die Aasfresser nutzen offensichtlich ihr räumliches Gedächtnis und ihre Navigationsfähigkeiten, um gezielt Gebiete aufzusuchen, in denen Wölfe häufig Beute machen."
(S E R V I C E - Studie online: https://doi.org/10.1126/science.adz9467 )
Zusammenfassung
- Raben nutzen ihr räumliches Gedächtnis und fliegen gezielt Orte an, an denen Wölfe häufig Beute machen, anstatt den Raubtieren direkt zu folgen.
- Für ein Stück Kadaver nehmen Raben Flüge von bis zu sechs Stunden und 155 Kilometern auf sich, wie die im Fachjournal 'Science' veröffentlichte Studie zeigt.
