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Prozess um brutal getötete Studentin in Linz

Ein 29-Jähriger, der Ende Dezember des Vorjahres in Leonding (Bezirk Linz-Land) eine 25-jährige Studentin getötet haben soll, muss sich ab 18. Juni im Landesgericht Linz wegen Vergewaltigung und Mordes an der Frau und wegen Mordversuchs an einem Hausbesitzer-Ehepaar verantworten. Die Staatsanwaltschaft beantragte aufgrund der Gefährlichkeit des Mannes zudem noch eine Einweisung in eine Anstalt. Der Angeklagte zeigte sich bisher geständig. Das Motiv: unerwiderte Liebe.

Das Opfer aus Honduras studierte seit längerem in Linz und lebte bei ihrer Halbschwester und deren Mann in dem Haus in Leonding. Der 29-Jährige, der ebenfalls aus dem mittelamerikanischen Land stammt, nun aber spanischer Staatsbürger ist und in Spanien lebt, kam kurz vor Weihnachten auf Besuch. In den frühen Morgenstunden des 27. Dezembers war es offenbar zu einer Auseinandersetzung zwischen beiden gekommen. Der Verdächtigte sei anscheinend bei einem Annäherungsversuch abgeblitzt, so die Anklageschrift. Als er dann erfuhr, dass die Studentin wohl einen Mann kennengelernt hatte, dürfte er rasend vor Eifersucht geworden sein. Er soll die 25-Jährige gewürgt, ihr ein Steakmesser an den Hals gesetzt und sie so vom Esszimmer in den Keller gezwungen haben. Dort fiel er anscheinend über sie her und vergewaltigte sie. Drei Stunden später soll er sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und dann sechsmal mit dem Messer zugestochen haben. Die junge Frau verblutete.

Anschließend versuchte der mutmaßliche Täter offenbar das Hausbesitzer-Ehepaar zu töten. Unter einem Vorwand dürfte er die Frau in den Keller gelockt, gewürgt und ihren Kopf solange auf den Betonboden geschlagen haben, bis sie bewusstlos wurde. Dass sie überlebte, hat sie ihrem Mann zu verdanken, der rechtzeitig einschritt. Auch dieser soll dann von dem Spanier brutal attackiert worden sein. Der Angeklagte versetzte ihm laut Staatsanwaltschaft mit einem Fleischerbeil einen Hieb in den Hinterkopf. Der Verletzte schaffte es dann jedoch, den Angreifer abzuwehren. Die achtjährige Tochter des Paares konnte in der Zwischenzeit zum Großvater ins Nachbarhaus flüchten. Dieser half schließlich den Angeklagten zu überwältigen.

Laut Gutachten war der Spanier zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig. Der Prozess ist für zwei Tage - 18. und 22. Juni - anberaumt, dem Angeklagten drohen von zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.

ribbon Zusammenfassung
  • Die Staatsanwaltschaft beantragte aufgrund der Gefährlichkeit des Mannes zudem noch eine Einweisung in eine Anstalt.
  • Auch dieser soll dann von dem Spanier brutal attackiert worden sein.