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Probleme für Seefahrt durch Niedrigwasser in Norditalien

17. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Wegen anhaltender Dürre haben die großen norditalienischen Seen einen Tiefpunkt erreicht. Von der Trockenheit besonders belastet ist der bei österreichischen Urlaubern beliebte Gardasee, der den tiefsten Wasserstand seit 15 Jahren aufweist. Dieser liege nur noch 30 Zentimeter über dem Referenz-Wasserstand, teilten die Behörde mit, was auch die Seefahrt gefährdet.

Aufgrund der Trockenheit der vergangenen Monate ist der Pegel des Gardasees so stark gesunken, dass die Stege am Seeufer in der Gegend der Kleinstadt Malcesine nicht mehr vom Wasser umspült werden und unbrauchbar geworden sind. Tragflügelboote können nicht mehr fahren und werden durch Katamarane ersetzt. Das ist ein Schiffstyp mit geringem Tiefgang, der dank seiner Eigenschaften in der Lage ist, auch bei niedrigem Wasserstand zu fahren. Der Fahrplan für einige Strecken wurde geändert.

Weil der Wasserpegel so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr ist, sind neue Strände an den großen norditalienischen Seen aufgetaucht. Der für seine steile Küste bekannte Comer See bietet Urlaubern jetzt wesentlich mehr Möglichkeiten, sich zu sonnen und zu baden, da wegen der Dürre der vergangenen Monate das Wasser zurückgegangen ist und mehrere Sandstrecken frei gelegt hat. Dasselbe Phänomen ist am Gardasee und am Lago Maggiore zu beobachten. Die spektakuläre Halbinsel aus Felsen und Klippen unterhalb der Catullo-Grotten in der renommierten Badeortschaft Sirmione hat sich verbreitert und neue trockene Gebiete bekommen, von denen Badende profitieren.

Während sich Urlauber über die breiteren Strände freuen, leiden Fischfauna und das typische Schilfgebiet der Gegend, das komplett auszutrocknen droht. Das flache Wasser in den Häfen schwemmt Müll an, Algen sammeln sich an der Oberfläche, die leicht verrotten und unangenehme Gerüche verbreiten. An vielen Punkten der Küste kann man wegen des seichten Wassers nicht mehr tauchen.

Auch kleinere Seen in den Dolomiten der Region Venetien leiden unter der Dürre. Seit Juli wird zusätzlich Wasser aus den Seen für die Landwirtschaft entnommen, wodurch die Pegel ständig weiter sinken.

Anfang Juli hatte die Regierung um Premier Mario Draghi den Ausnahmezustand in fünf norditalienischen Regionen ausgerufen. 35 Millionen Euro wurden den Regionen Piemont, Lombardei, Venetien, Friaul-Julisch Venetien und Emilia Romagna zur Verfügung gestellt. Wegen der anhaltenden Wasserknappheit könnte der Ausnahmezustand bald auch in den mittelitalienischen Regionen Toskana, Umbrien und Latium beantragt werden.

Quelle: Agenturen