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Polizeieinsatz in Australien endet mit sechs Toten

13. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Bei einem Polizeieinsatz auf einem entlegenen Anwesen in Australien sind sechs Menschen getötet worden, darunter zwei junge Polizisten. Die beiden Beamten seien wegen eines Vermisstenfalls zu einem Grundstück am Rande der Kleinstadt Wieambilla im Bundesstaat Queensland gefahren, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dort seien die Beamten sofort beschossen worden. Medienberichten zufolge handelte es sich bei einem der Täter um einen Anhänger von Verschwörungsmythen.

"Sofort, als sie das Grundstück betraten, wurde auf sie geschossen - sie hatten keine Chance", sagte der Chef der Polizeigewerkschaft von Queensland, Ian Leavers. Die beiden jungen Beamten seien "kaltblütig hingerichtet" worden. Sie hätten "das letzte Opfer dargebracht, um unsere Gesellschaft sicher zu machen", sagte die Polizeichefin von Queensland, Katarina Carroll, und kämpfte dabei sichtlich mit den Tränen.

Bei den getöteten Polizisten handelte es sich um eine 26-Jährige und einen 29-Jährigen, die am Anfang ihres Berufsweges standen. Zwei weitere Polizisten wurden mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Zu ihnen zählte örtlichen Medien zufolge eine Beamtin, die erst seit acht Wochen bei der Polizei sei. Sie habe verzweifelte Botschaften an ihre Angehörigen geschickt, als die Bewohner des Anwesens versucht hätten, sie mit Feuer aus ihrem Versteck im Busch zu treiben. Auf Luftbildern waren ein Bungalow mit einem Zinkdach und ein ausgebranntes Fahrzeug zu sehen, über dem Anwesen stieg Rauch auf.

Der australische Premierminister Anthony Albanese erklärte, es sei ein "herzzerreißender Tag für die Familien und Freunde" der getöteten Beamten. Die Regierung von Queensland ordnete an, die Flaggen an Regierungsgebäuden auf halbmast zu setzen.

Medienberichten zufolge waren die vier Beamten am Montagvormittag wegen eines seit 2021 vermissten ehemaligen Volksschuldirektors zu dem Anwesen gefahren, das dem Bruder des Vermissten gehörte. Nach den Schüssen auf die Polizisten eilte ein Spezialkommando mit etwa einem Dutzend Beamten zum Ort des Geschehens. Ihre Belagerung des Anwesens dauerte bis kurz nach 22.30 Uhr Ortszeit, am Ende waren drei Verdächtige - zwei Männer und eine Frau - tot. Zu deren Identität machte die Polizei keine Angaben.

Zudem entdeckte die Polizei auf dem Grundstück eine weitere Leiche. Dabei handelt es sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei um einen 58 Jahre alten Nachbarn, der verdächtige Vorkommnisse auf dem Anwesen bemerkt und selbst an den Tatort gekommen sei.

Örtliche Medien berichteten, das Anwesen habe dem Bruder und der Schwägerin eines vermissten Mannes gehört. Der Bruder habe regelmäßig Kommentare auf Websites mit Verschwörungsmythen veröffentlicht, die sich gegen "Geheimgesellschaften" und Geheimdienste gerichtet hätten, die angeblich Einsätze unter falscher Flagge organisierten.

Schusswaffenangriffe mit vielen Todesopfern kommen in Australien selten vor. Das Land hat eines der strengsten Waffengesetze weltweit. Nachdem ein Bewaffneter 1996 in Port Arthur auf der Insel Tasmanien 35 Menschen getötet hatte, wurden automatische und halbautomatische Waffen in Australien verboten.

Quelle: Agenturen