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Polizei stieß durch Mühlviertler Dealer auf Drogenring

01. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Das oberösterreichische Landeskriminalamt hat einen Drogenring mit Beteiligten aus Österreich, Deutschland und den Niederlanden auffliegen lassen. Insgesamt gab es zwölf Festnahmen. Ausgehend von einem 24-jährigen Mühlviertler, der bereits im Mai im Landesgericht Linz nicht rechtskräftig verurteilt wurde, schnappten die Ermittler zwei Niederländer und einen Deutschen, von denen er Drogen um rund 255.000 Euro kaufte, sowie acht Subverteiler.

Der 24-Jährige war über drei zuvor festgenommene Subverteiler ins Visier der Ermittler geraten, berichtete die oö. Landespolizeidirektion am Mittwoch. Er führte sie wiederum zu seinen Bezugsquellen, zwei Niederländern, 31 und 32 Jahre alt, sowie einem 33-jährigen Deutschen. Diese drei wurden bei einer Lieferung in der Wohnung des 24-Jährigen Anfang Oktober 2021 festgenommen. In einem ihrer Pkw wurden rund ein Kilogramm Crystal Meth und etwa zwei Kilogramm Ketamin sichergestellt. Zu der Gruppe sollen noch fünf weitere Deutsche gehören.

Der 32-Jährige soll von Mitte 2019 bis Ende 2021 in 78 Schmuggelfahrten aus den Niederlanden beträchtliche Mengen an Kokain, Speed, Crystal Meth und Ketamin eingeführt und verkauft haben. Der 31-Jährige - in den Niederlanden wegen Totschlags gerichtlich verurteilt - soll in seiner Heimat einen Cannabishandel im großen Stil betrieben haben. Die drei sitzen in U-Haft. Der 24-Jährige soll von ihnen mindestens zwei Kilogramm Kokain, vier Kilogramm Speed, ca. 700 Gramm Crystal Meth und zehn Kilogramm Ketamin um rund 255.000 Euro erworben und den Großteil gewinnbringend weiterverkauft haben. Seine 23-jährige Lebensgefährtin half ihm dabei und wurde ebenfalls bereits nicht rechtskräftig verurteilt.

Zu dem Subverteiler-Netzwerk des 24-Jährigen gehörten sieben weitere Personen im Alter von 23 bis 30 Jahren aus Oberösterreich und Wien, die festgenommen wurden. "Darunter waren viele junge Frauen, die nicht aus dem Milieu kommen und Leute mit normalen Berufen", berichtete Chefinspektor Rupert Ortner vom oö. LKA. Auch der 24-jährige Mühlviertler habe neben dem Drogenhandel bis kurz vor seiner Festnahme einen normalen Job ausgeübt. Ortner machte auch "die unsägliche Verharmlosung von Suchtgift" dafür verantwortlich, dass die jungen Leute über Cannabis und Marihuana zu den Drogengeschäften gekommen waren. Als Erfolg wertete er die Sicherstellung von einer großen Menge Drogen, insgesamt ein Kilogramm Crystal Meth, ca. 2,5 Kilogramm Ketamin, geringe Mengen Kokain, Cannabiskraut und -harz, sowie Speed und Bargeld.

Quelle: Agenturen