Pfefferspray durch Lobau-Aktivisten? Polizei rudert zurück

03. Feb. 2022 · Lesedauer 2 min

Dienstagfrüh räumte die Wiener Polizei das Lobau-Protestcamp auf der Baustelle der geplanten Stadtstraße. Die Polizei behauptete gegenüber PULS 24, dass die Aktivisten Pfefferspray gegen Polizisten eingesetzt hätten. Am Mittwoch ruderte die Pressestelle jedoch zurück.

Die Räumung des Lobau-Protestcamps auf der Stadtstraßen-Baustelle sorgte am Dienstag für Aufsehen. Die Behörden rissen die von Aktivisten errichtete Pyramide ab, insgesamt 48 Aktivisten, die Widerstand leisteten, wurden vorübergehend festgenommen. Fünf wurden wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen.

Zur Begründung der Festnahmen sagte Polizeisprecher Markus Dittrich zu PULS 24 Reporterin Josephine Roek unter anderem, dass von Aktivisten einen Bauzaun gewaltsam niederrissen wurde. "Es ist auch Pfefferspray gegen die Polizei eingesetzt, es sind dabei auch Polizisten verletzt worden", so Dittrich.

Auf Twitter tauchte allerdings noch am selben Tag ein Video auf, auf dem ein Polizeibeamter zu sehen ist, der sich beim Einsatz aus Versehen selbst Pfefferspray in die Augen sprüht.

Die Pressestelle der Wiener Polizei gestand in einem Twitter-Posting darunter am Donnerstag ein, dass es keinen Pfefferspray-Einsatz durch Klima-Aktivisten gab. Es habe sich "bei dem Einsatz um eine dynamische Lage" gehandelt. Eine Überprüfung im Nachhinein habe ergeben, dass kein Pfefferspray durch die Aktivisten eingesetzt worden war.

Über den Bau der Stadtstraße ist aktuell wieder ein politischer Streit entbrannt. Nachdem Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) den bereits abgesegneten Bau des Lobautunnels stoppte, sei auch die Stadtstraße nicht mehr sinnvoll, argumentieren Kritiker. Die Stadt Wien hält an dem Bauprojekt fest. Die Straße sei für die Stadtentwicklung und mehrere geplante Wohnbauten im 22. Bezirk wichtig.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos