APA - Austria Presse Agentur

Oberösterreicher soll 81-jährige Mutter erschossen haben

25. Apr 2020 · Lesedauer 3 min

Ständige Vorwürfe der 81-jährigen Mutter, keine Frau und damit auch keinen Hoferben finden zu können, sollen Auslöser für eine Bluttat auf einem Bauernhof in der Nacht auf Samstag in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) gewesen sein. Der 46-jährige Landwirt ging in sein Zimmer, holte ein Kleinkalibergewehr und soll damit der Altbäuerin in den Kopf und in den Hals geschossen haben.

Ständige Vorwürfe der 81-jährigen Mutter, keine Frau und damit auch keinen Hoferben finden zu können, sollen Auslöser für eine Bluttat auf einem Bauernhof in der Nacht auf Samstag in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) gewesen sein. Der 46-jährige Landwirt ging in sein Zimmer, holte ein Kleinkalibergewehr und soll damit der Altbäuerin in den Kopf und in den Hals geschossen haben.

Seit etwa 19 Jahren, seit dem Tod des Vaters, hatte der Mann gemeinsam mit seiner Mutter auf dem großen Gehöft gewohnt und die umfangreiche Landwirtschaft alleine geführt. Dabei soll es im Laufe der Jahre immer wieder zu Konflikten wegen der fehlenden Familiengründung gekommen sein.

Nach der Tat verständigte der 46-Jährige selber über Notruf die Polizei. Vor dem Haus wartete er auf die eintreffenden Beamten und ließ sich widerstandslos festnehmen. Laut Polizei war der Mann vorher nie straffällig geworden. Auch die Waffe soll er legal besessen haben. Der Landwirt zeigte sich umfassend geständig. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Steyr wurde der Sohn in die Justizanstalt Garsten eingeliefert. Die Obduktion der Leiche wurde für Samstagnachmittag angesetzt.

Nach der Gewalttat in Kronstorf stand die rund 3.500 Einwohner zählende Gemeinde am Samstag still. "Im Ort ist man fassungslos und alle, die die Familie kannten, stehen unter Schock", bezeichnete Kronstorfs Bürgermeister Landtagsabgeordneter Christian Kolarik (ÖVP) im Gespräch mit der APA die Stimmung in der Marktgemeinde.

Den 46-Jährigen, der die Waffe auf die eigene Mutter gerichtet haben soll, kennt Kolarik seit Jugendtagen. Der Mann war als Einzelkind auf dem Hof groß geworden. "Er ist ein gutmütiger, freundlicher und gewissenhafter Mensch", zeichnete der Bürgermeister ein ganz anderes Bild von dem mutmaßlichen Gewalttäter. Der Vater war vor zehn Jahren verstorben, seither sorgten sich Mutter und Sohn alleine um den Betrieb, den der Ortschef als "stattlichen Hof" beschrieb. Mit Ackerbau und Wald wurde die Landwirtschaft am Laufen gehalten. Der Bauer war zudem Lehrer für die Facharbeiterausbildung und gab so sein Wissen an zukünftige Landwirte weiter.

Die von Kolarik als agil und rüstig beschriebene Mutter half nach Kräften noch mit. Der Sohn fuhr sie scheinbar bereitwillig regelmäßig sowohl in den Ort zum Einkaufen als auch an den Sonntagen in die Kirche. Dass es Streitigkeiten zwischen den beiden wegen der ausbleibenden Familiengründung des Sohnes gab, hätte man "in dieser Klarheit nicht" gesehen.

Der 46-Jährige hatte zwar weder Frau noch Kind, wäre aber in keinster Weise ein Eigenbrötler gewesen, so der Bürgermeister. "Er war Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr im Ort, auch schon als Kassier im Vorstand tätig und bei jedem Feuerwehr-Fest dabei." In der Ortschaft selber war er gut integriert, "wenn man was gebraucht hat, war er da", betonte Kolarik.

Man lese immer nur von solchen Taten, dass dies auch im eigenen Ort passieren kann, sei noch unvorstellbar, meinte Kolarik. Die Beschreibung des Mannes will nicht so recht auf dessen Tat passen. "Was da in ihm vorging, müssen sowieso Psychologen klären", sagte der Ortschef.

Quelle: Agenturen