Neusiedler See profitierte vom heftigen Schneetreiben
Der Tiefststand Ende Februar war 2023 erreicht worden, als der Wasserstand nur rund 115 Meter über Adria betrug. Nun ist es etwa ein halber Meter mehr. "Ich erhoffe mir, dass wir mit den Frühjahrsniederschlägen über den langjährigen Mittelwert kommen. Das wäre ein schöner Erfolg", so Christian Sailer, Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft im Land Burgenland, zur APA.
Vom langsamen Einsickern in den Boden durch den geschmolzenen Schnee im Schilfgürtel profitiert nicht nur der See, sondern der Grundwasserkörper insgesamt. "Die Grundwasserneubildung ist größer, wenn die Schneedecke auftaut. Das ist der Vorteil gegenüber Starkregen." Auch habe der rasche Temperaturanstieg nicht zu schnellen Abflüssen geführt: "Die Bäche stiegen zwar an, aber nicht so schnell wie befürchtet. Es ging schön langsam. Das brachte Vorteile sowohl beim Grundwasser als auch bei den Oberflächengewässern", meinte Sailer.
Er zeigte sich positiv für den Start ins Frühjahr. Die vergangenen Jahre seien im Frühjahr von einer großen Bodentrockenheit gekennzeichnet gewesen: "Das wird es heuer nicht geben." Positiv sei dies natürlich auch für die gesamte Tierwelt.
Zusammenfassung
- Der Neusiedler See verzeichnete nach dem heftigen Schneefall am Freitag einen Anstieg des Wasserstands um fünf Zentimeter im Vergleich zu den Tagen davor.
- Aktuell liegt der Pegel bei 115,49 Meter über Adria und damit nur sechs Zentimeter unter dem langjährigen Mittelwert, während seit Jahresbeginn ein Anstieg um elf Zentimeter gemessen wurde.
- Experten erwarten, dass durch das langsame Einsickern des Schmelzwassers und weitere Frühjahrsniederschläge sowohl der See als auch das Grundwasser profitieren und eine Frühjahrstrockenheit wie in den Vorjahren ausbleibt.
