APA - Austria Presse Agentur

Nächtliche Ausgangssperre in Paris und anderen Städten

17. Okt 2020 · Lesedauer 3 min

Seit Samstag gilt in Paris und weiteren großen Städten Frankreichs eine nächtliche Ausgangssperre. Auch Italien plant angesichts von mehr als 10.000 Neuinfektionen pro Tag weitere Verschärfung der Maßnahmen. So könnten alle Lokale gezwungen werden, um 22.00 Uhr zu schließen und Homeoffice weiter ausgedehnt werden. In Großbritannien gab es an nur einem Tag 150 Todesfälle, das sind so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie.

Die Ausgangssperren in Frankreich gelten nun für mehrere Wochen zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr. Zu dieser Zeit dürfen sich nur Menschen mit einem triftigen Grund vor der Tür aufhalten. Das Pariser Innenministerium veröffentlichte am Freitagabend dazu ein Formular, das die Menschen, die während der Ausgangssperre vor die Tür müssen, ausgefüllt bei sich tragen sollen. Folgende Ausnahmen können unter anderem darauf angeben werden: Arbeitsweg, medizinische Notfälle, Pflege von Angehörigen oder Betreuung von Kindern oder Weg zum Flughafen oder Bahnhof für Langstreckenreisen. Auch das Gassigehen mit dem Hund ist erlaubt - allerdings nur im Radius von einem Kilometer zur Wohnung.

In Italien könnten weitreichende Maßnahmen am Sonntag oder am Montag ergriffen werden. Die Regierung um Premier Giuseppe Conte könnte sich an der Lombardei ein Beispiel nehmen. Die norditalienische Region hat am Freitagabend beschlossen, dass Bars, Restaurants und andere Lokale ab Samstag täglich um Mitternacht schließen müssen. Nach 18.00 Uhr dürfen Speisen und Getränke in Lokalen nur an Tischen serviert werden.

Zudem werden Kontaktsportarten vorübergehend verboten. Bingo-Säle und Spielcasinos müssen schließen. Schulen wurde geraten, verstärkt auf Fernunterricht zu setzen. Damit sollen die öffentlichen Verkehrsmittel entlastet werden. Die neuen Maßnahmen bleiben vorerst bis zum 6. November in Kraft. Die süditalienische Region Kampanien hatte bereits am Donnerstag die Schließung der Schulen bis zum 30. Oktober beschlossen.

Die italienischen Hausärzte haben die Italiener unterdessen aufgerufen, sich freiwillig einem Lockdown zu unterziehen. "Natürlich muss man arbeiten, doch alles, was nicht notwendig ist, sollte im Namen der öffentlichen Gesundheit geopfert werden", sagte Silvestro Scotti, Chef der Verbands der italienischen Hausärzte FIMMG.

In Großbritannien sind nach Regierungsangaben an nur einem Tag 150 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Am Freitag waren noch 136 Todesfälle registriert worden. Zudem wurden 16.171 nachgewiesene Neuinfektionen registriert nach 15.650 am Freitag. Die USA verzeichnen nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC mehr als acht Millionen Infektionen mit dem Coronavirus.

In Deutschland verzeichnete das Robert-Koch-Institut (RKI) den dritten Tag in Folge einneues Allzeithoch bei der Zahl der täglichen Corona-Infektionen in Deutschland. Am Samstag meldete das RKI 7.830 neue Fälle. Am Freitag waren es 7.334 und am Donnerstag 6.638. Nach Instituts-Angaben starben 33 Menschen an oder mit dem Virus. Deutschland verzeichnet demnach insgesamt 9.767 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie.

Neue Rekordwerte gibt es auch in Tschechien und der Ukraine. In Tschechien übersprang die Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals die Marke von 11.000. Die Gesamtzahl der Fälle liegt damit bei 160.112. Tschechien war zuletzt das Land in Europa, in dem die Fallzahlen in Relation zur Bevölkerungsgröße zuletzt am stärksten stiegen.

Auch die Ukraine verzeichnete eine Rekordzahl von 6.410 Corona-Neuinfektionen. 109 Patienten seien in den vergangenen 24 Stunden verstorben, teilt der Nationale Sicherheitsrat mit. Auch dies ist ein Höchstwert.

Quelle: Agenturen