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Migräne-Checkliste hilft beim Erkennen möglicher Symptome

Heute, 08:00 · Lesedauer 3 min

Migräne ist mittlerweile sehr gut behandelbar. Voraussetzung für eine wirksame Therapie ist aber eine gesicherte Diagnose, die am besten durch einen Neurologen gestellt wird. Nur dann können moderne, hochwirksame Medikamente zur Attacken-Vorbeugung verschrieben werden. Beim Erkennen möglicher Symptome hilft eine Migräne-Checkliste. "Wenn jemand Symptome, die in der Checkliste angeführt sind, bei sich bemerkt, sollte er keine Zeit verlieren", rät der Neurologe Manfred Eder.

Die wichtigsten Symptome sind pulsierende, pochende oder stechend-bohrende Kopfschmerzen und ein meist einseitig auftretender Schmerz, erläuterte er am Donnerstag in einer Aussendung. Der Schmerz verschlimmert sich schon bei geringer körperlicher Belastung, zum Beispiel beim Stiegen steigen. Es handelt sich um starke bis sehr starke Schmerzintensität, mitunter gepaart mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit. Auch die Frage nach Migräne in der Familie ist zu stellen. Die Neigung zu der Krankheit kann vererbt werden.

Migräne-Attacken können von vorübergehenden Sehstörungen und neurologischen Ausfällen angekündigt werden - meist fünf bis 60 Minuten dauernd vor Auftreten des Kopfschmerzes. Dies nennt sich Aura. Dabei können visuelle, sensorische und sprachliche Veränderungen auftreten. Mögliche Symptome sind flimmerndes Sehen, Gesichtsfeldausfälle sowie farbige, blendende Kreise, Vierecke oder Zickzacklinien oder Lichtblitze.

Als Gefühlsstörungen einer Migräne mit Aura sind Kribbeln oder Taubheitsgefühl, beginnend zumeist in den Händen mit Ausbreitung auf Arme und Gesicht, möglich. Sprachstörungen können eine verwaschene Aussprache, Wortfindungsstörungen und sehr selten Muskelschwäche und Lähmungserscheinungen betreffen.

Attacken oft massiv

"Migräne-Attacken können richtig schlimm sein", betonte Eder, niedergelassener Neurologe in Groß-Enzersdorf. Die Beschwerden sind "oftmals so massiv, dass die Betroffenen überhaupt keiner Tätigkeit mehr nachgehen können. Egal ob Arbeit, familiäre Aufgaben, Verabredungen mit Freunden - alles muss abgesagt werden. Man möchte nur mehr liegen und das am besten in einer vollkommen reizarmen Umgebung, wie einem abgedunkelten, ruhigen Raum. Ein Zustand, der von einigen Stunden bis zu drei Tagen andauern kann", erläuterte der Migränespezialist.

12 bis 13 Prozent der Bevölkerung leiden weltweit daran, also eine knappe Milliarde Menschen. In Österreich wird die Lebensqualität von über einer Million Menschen durch immer wiederkehrende Migräne-Attacken stark in Mitleidenschaft gezogen. Bleibt Migräne unbehandelt, kann sie sich zu einem chronischen Problem entwickeln und das Leben der Betroffenen und deren Angehörigen schwer beeinträchtigen. "Migräne wird von Außenstehenden leider oft nicht ernstgenommen und in der Folge auch von Betroffenen, vor allem wenn sie sehr leistungsorientiert sind, häufig bagatellisiert", warnt der Neurologe. "Sowohl bei der Behandlung einer Migräne-Attacke als auch zur Vorbeugung, also um die Häufigkeit und Heftigkeit der Anfälle zu reduzieren, haben wir heute verschiedene hochwirksame Medikamente zur Hand", informierte er.

Zusammenfassung
  • Weltweit leiden 12 bis 13 Prozent der Bevölkerung an Migräne, das entspricht knapp einer Milliarde Menschen, und in Österreich sind über eine Million Menschen betroffen.
  • Migräne zeigt sich durch starke, meist einseitige Kopfschmerzen, die sich bei Bewegung verschlimmern und häufig von Übelkeit, Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit begleitet werden.
  • Eine Migräne-Checkliste hilft beim Erkennen der Symptome, wobei eine gesicherte Diagnose durch einen Neurologen Voraussetzung für eine wirksame Therapie mit modernen Medikamenten ist.