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Mexiko verklagt Glock und Co.

05. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Am Mittwoch reichte Mexiko bei einem US-Gericht eine Zivilklage ein. Glock, Smith & Wesson und Co. werden beschuldigt, zur Bandengewalt in dem Land beizutragen.

Alleine im Jahr 2019 wurden 17.000 mexikanische Bürger mit in den USA hergestellten Waffen ermordet. Und das, obwohl Mexiko nur ein einziges Waffengeschäft hat, heißt es in der Zivilklage gegen einige der größten Waffenproduzenten, die am Mittwoch vor einem Bundesbezirksgericht in Massachusetts eingebracht wurde. Die Unternehmen, u.a. Österreichs Waffenproduzent Glock bzw. ihre Dependance in den USA, würden "wissen, dass sie routinemäßig die Drogenkartelle in Mexiko bewaffnen", korrupte Händler und "gefährliche und illegale Verkaufspraktiken" nutzen, zitiert "Bloomberg" aus der Klage.

Mexiko und seine Bürger seien seit Jahrzehnten Opfer einer tödlichen Flut an Waffen, "die aus den USA über die Grenze in die Hände von Kriminellen in Mexiko gelangen". Diese Flut sei keine "unvermeidliche Folge des Waffengeschäfts", sondern das "vorhersehbare Ergebnis der vorsätzlichen Handlungen und Geschäftspraktiken der Beklagten".

Verklagt werden Hersteller mit Sitz in den USA, "deren Waffen am häufigsten in Mexiko sichergestellt werden". Darunter u.a. Glock, Smith & Wesson, Ruger, Beretta, Colt und Barrett. Auf eine "Bloomberg"-Anfrage antwortete keines der Unternehmen.  

In der Klage wird Schadenersatz für Mexiko in einer vom Gericht noch festzulegenden Höhe gefordert.

Quelle: Redaktion / moe