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Messerattacke in Lugano: Polizei vermutet terroristischen Hintergrund

24. Nov 2020 · Lesedauer 3 min

In einem Kaufhaus in der Stadt Lugano kam es am Dienstag zu einer Messerstecherei. Eine 28-Jährige attackierte dabei zwei Frauen. Die Polizei geht bei der Tat nun von einem terroristischen Hintergrund aus.

In der Schweizer Stadt Lugano kam es am Dienstag zu einer Messerstecherei. Eine 28-Jährige attackierte dabei zwei Frauen. Die Polizei geht bei der Tat nun von einem terroristischen Hintergrund aus. Am Dienstagnachmittag griff die Schweizer Staatsbürgerin die beiden Frauen in einem Kaufhaus auf der Piazza Dante mit einem Messer an. Eine Frau wurde dabei schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Weitere Ermittlungen zum Hintergrund der Tat laufen.

Die Polizei gehe Hinweisen nach, dass die Frau Sympathien für die Terrormiliz IS geäußert habe, berichteten Journalisten von einer abendlichen Pressekonferenz in Lugano. Nach Angaben des Kommandanten der Tessiner Kantonspolizei, Matteo Cocchi, war sie der Polizei bekannt.

Gemäß einer ersten Rekonstruktion des Tathergangs hat die in der Region Lugano wohnhafte Frau zwei Frauen angegriffen: Die erste habe sie mit bloßen Händen am Hals gepackt, während sie die zweite mit einer Stichwaffe am Hals verletzt habe. Die Täterin sei von einem Paar gestoppt und anschließend von der Polizei verhaftet worden.

Schweiz bisher von jihadistischen Angriffen verschont

Die neutrale Schweiz ist bisher von den groß angelegten jihadistischen Angriffen verschont geblieben. Aber es hat Hunderte von Einwohnern identifiziert, die als Bedrohung eingestuft wurden, und Gefährder, die in Kriegsgebiete gereist sind. Zwei Männer wurden in der Stadt Winterthur bei Zürich wegen möglicher Verbindungen zu dem Anschlag von Wien vom 2. November festgenommen. Sie hatten den Angreifer im Juli besucht.

Im September wurde ein Mann, den Schweizer Medien als "Emir von Winterthur" bezeichneten, wegen Verbindungen zum "Islamischen Staat" zu 50 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Schweizer Bundesanwaltschaft untersucht auch, ob ein tödlicher Messerangriff auf einen Portugiesen im September in einem Kebab-Imbiss in der westschweizischen Stadt Morges am Genfer See auf ein mögliches "terroristisches Motiv" zurückzuführen ist. Ein schweizerisch-türkischer Staatsbürger wurde festgenommen.

Kurz: "Wir stehen in diesen schwierigen Stunden mit der Schweiz zusammen"

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat "den terroristischen Anschlag voll und ganz" verurteilt. Seine Gedanken seien bei den Opfern und er wünsche ihnen eine vollständige und schnelle Genesung, teilte Kurz am Dienstagabend auf Twitter mit. "Wir stehen in diesen schwierigen Stunden mit der Schweiz zusammen."

"Wir werde eine gemeinsame Antwort auf den islamistischen Terrorismus in Europa geben und unsere Werte verteidigen", betonte der Bundeskanzler in englischer Sprache.

Eine 28-jährige Frau hatte am Nachmittag kurz nach 14 Uhr in einem großen Kaufhaus in Lugano zwei Frauen angegriffen. Eine von ihnen wurde schwer verletzt. Die Schweizer Behörden vermuten einen terroristischen Hintergrund der Tat. Die Polizei will klären, ob die Schweizer Attentäterin Verbindungen zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat. Für weitere Details sei es noch zu früh, hieß es.

Quelle: Agenturen / Redaktion / cs