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Meningitis-Welle in England weitet sich aus

Heute, 11:05 · Lesedauer 2 min

Großbritannien meldet nach einem Meningitis-Ausbruch in Südengland weitere Infektionen mit Meningokokken der Untergruppe B. Die Zahl der bestätigten Fälle stieg von sechs auf neun, wie die Gesundheitsbehörde UKHSA am Donnerstag mitteilte. Insgesamt wurden 15 Meningokokken-Infektionen bestätigt, dazu kommen zwölf Verdachtsfälle. Meningokokken B sind Bakterien, die schwere Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Blutvergiftungen (Sepsis) auslösen können.

Die Erkrankung kann sehr schnell verlaufen. In den vergangenen Tagen waren in der Region zwei junge Menschen an Meningitis gestorben - eine 18-jährige Schülerin und ein an der University of Kent studierender junger Mensch.

Nach Angaben der Behörde mussten alle der aktuell Betroffenen bis auf einen Fall ins Krankenhaus gebracht werden. Auch in Frankreich wird ein aus Kent zurückgekehrter Mann im Spital behandelt, nach Angaben von Mittwoch befindet er sich in stabilem Zustand. "Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Ausbruch", sagte Robin May, Chief Scientific Officer der britischen Behörde, der BBC.

In Großbritannien läuft derzeit ein gezieltes Impfprogramm. Zudem bekommen Tausende Menschen vorsorglich eine Antibiotika-Behandlung. Unter anderem gilt das für die Studierenden der Universität. Die Behörde rät zudem Menschen, die Anfang März einen bestimmten Nachtclub in Canterbury besuchten, sich vorbeugend behandeln zu lassen. "Was an diesem Fall besonders bemerkenswert und zugleich unerwartet ist, ist die große Anzahl von Fällen, die offenbar alle auf ein einziges Ereignis zurückzuführen sind", sagte May.

Bereits bei begründetem klinischem Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung soll gemäß Meningitis-Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden. Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion - Husten, Niesen, Küssen - übertragen. Die ersten Anzeichen einer Infektion sind oft grippeähnlich - Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit. Bei schwerem Verlauf kann es zu septischem Schock, Organversagen und Hirnschäden kommen.

Zusammenfassung
  • In Südengland ist die Zahl der bestätigten Meningokokken-B-Fälle von sechs auf neun gestiegen, insgesamt wurden 15 Infektionen und zwölf Verdachtsfälle gemeldet.
  • Zwei junge Menschen, darunter eine 18-jährige Schülerin und ein Student der University of Kent, sind an Meningitis gestorben, fast alle Erkrankten mussten ins Krankenhaus.
  • Die britischen Behörden führen ein gezieltes Impfprogramm und Antibiotikabehandlungen durch, da der Ausbruch als sehr ungewöhnlich gilt und offenbar auf ein einziges Ereignis zurückgeht.